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Hinzuverdienstgrenzen

Rente und Verdienst – wie das zusammenpasst

Foto: Älterer Mann vor LKW Sie werden bald Rentner oder sind es schon? Sie fühlen sich aber noch gesund und fit genug, um weiter zu arbeiten? Damit sind Sie nicht allein. Immer mehr ältere Menschen können und wollen noch länger arbeiten – und sie werden von ihren Arbeitgebern oft dringend gebraucht.

Hinzuverdienst vor der Regelaltersgrenze

Passen Sie Ihren Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel an Ihre persönliche Lebenssituation an. Die Hinzuverdienstregelungen helfen Ihnen dabei.

Wenn Sie eine Altersrente in voller Höhe erhalten möchten, dürfen Sie die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Diese Grenze gilt bundeseinheitlich.

Überschreiten Sie mit Ihrem Hinzuverdienst diese Grenze, wird ein Zwölftel des Betrags, der über die Grenze von 6.300 Euro hinausgeht, zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Sie erhalten dann eine Teilrente.

Beispiel:
Heidi H. bezieht eine vorgezogene Altersrente in Höhe von 950 Euro. Daneben verdient sie aus einer Beschäftigung noch 1 510 Euro monatlich dazu, im Jahr also 18 120 Euro. Dieser Betrag übersteigt die Hinzuverdienstgrenze von 6 300 Euro um 11 820 Euro. Ein Zwölftel hiervon beträgt 985 Euro.
Von diesem Betrag werden 40 Prozent, also 394 Euro, auf die Rente angerechnet. Die Monatsrente von 950 Euro vermindert sich also um 394 Euro auf einen Betrag von 556 Euro.

Es gibt allerdings eine Obergrenze für den Hinzuverdienst, den sogenannten Hinzuverdienstdeckel. Er wird errechnet, indem man die geminderte Rente und den Hinzuverdienst zusammenrechnet. Liegt dieser Betrag über dem Hinzuverdienstdeckel (höchstes Einkommen der letzten 15 Jahre), wird der darüber liegende Betrag zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Sie teilen uns bei der Rentenantragstellung mit, welchen Hinzuverdienst Sie voraussichtlich im laufenden und im folgenden Kalenderjahr haben werden.

Für die Höhe Ihrer Rente berücksichtigen wir zunächst den kalenderjährlichen Hinzuverdienst, den Sie voraussichtlich haben werden. In der Regel zum 1. Juli des Folgejahres werden wir überprüfen, ob dieser voraussichtliche Hinzuverdienst mit Ihrem tatsächlichen Hinzuverdienst übereinstimmt. Weichen beide Beträge voneinander ab, müssen wir die Rente rückwirkend neu berechnen (so genannte Spitzabrechnung). Daraus kann sich eine Nachzahlung oder eine Überzahlung ergeben.

Altersrentner können die Höhe ihrer Teilrente von vornherein auch selbst festlegen. Die Teilrente muss aber mindestens zehn Prozent der Vollrente betragen. Sollten Sie neben der Rente auch Hinzuverdienst erzielen, ist zu beachten, dass die gewählte Teilrente nicht höher sein darf, als die Rente, die Sie im Rahmen der Anwendung der Hinzuverdienstregelung erhalten würden.

Sie können die Höhe Ihrer Teilrente jederzeit für die Zukunft neu festlegen.

Übrigens: Bekommen Sie später eine höhere Altersrente, erhält der Rentenanteil, den Sie bisher nicht in Anspruch genommen haben, einen geringeren Abschlag als der Anteil, den Sie bereits bezogen haben. Nur bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte gilt dies nicht, denn sie ist ohnehin abschlagsfrei.

Beziehen Sie neben Ihrer gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente? Dann sollten Sie sich unbedingt beim Träger Ihrer Betriebsrente erkundigen, ob der Bezug einer Teilrente Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Betriebsrente hat. Je nach Satzung des Trägers kann das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze und der damit verbundene Teilrentenbezug zu einer Kürzung oder sogar zum Ruhen der Betriebsrente führen.

AchtungAls Hinzuverdienst gelten das monatliche Bruttoarbeitsentgelt, der monatliche steuerrechtliche Gewinn (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Arbeit und aus Land- und Forstwirtschaft) sowie vergleichbares Einkommen wie zum Beispiel Vorruhestandsgeld.

Wenn Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie unbegrenzt hinzuverdienen. Ab dem Folgemonat hat der Hinzuverdienst grundsätzlich keinen Einfluss mehr auf die Rentenhöhe.

Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Wer im Jahr 1952 geboren ist, erreicht die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und sechs Monaten. Alle, die 1964 oder später geboren sind, erreichen diese erst mit 67 Jahren.

Erwerbsminderungsrenten

Auch bei den Erwerbsminderungsrenten wird der Hinzuverdienst in Zukunft stufenlos angerechnet. Es gibt aber Unterschiede – je nachdem, ob Sie eine Rente wegen voller oder wegen teilweiser Erwerbsminderung  beziehen.

Vom 1. Juli 2017 an gibt es auch für alle Renten wegen Erwerbsminderung bei der Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen keinen Unterschied mehr zwischen den alten und neuen Bundesländern. Genau wie bei den vorgezogenen Altersrenten wird die vorläufige Anrechnung einmal im Jahr rückwirkend überprüft.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Wenn Sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, gilt für Sie die gleiche Hinzuverdienstgrenze wie für die Bezieher einer vorgezogenen Altersrente, also 6300 Euro jährlich. Was Sie darüber hinaus verdienen, wird auch hier zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

Bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird die jährliche Hinzuverdienstgrenze individuell berechnet. Sie orientiert sich – vereinfacht gesagt – an Ihrem höchsten Einkommen der letzten 15 Jahre. Für das Jahr 2017 wird ein Mindesthinzuverdienst von 14.458,50 Euro jährlich zugrunde gelegt. Der Verdienst, der über dieser Grenze liegt, wird wieder zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Auch bei den Erwerbsminderungsrenten ist der so genannte Hinzuverdienstdeckel zu beachten.

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