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Hinzuverdienstgrenzen

Rente und Verdienst – wie das zusammenpasst

Foto: Älterer Mann vor LKWNicht jeder kann oder will sich als Rentner ganz zur Ruhe setzen. Dafür gibt es die verschiedensten Gründe. Lassen Sie sich in jedem Fall beraten, denn es gibt ein paar Regeln, die Sie beachten müssen. Wieviel Sie zur gesetzlichen Rente hinzuverdienen dürfen, ohne Ihren Rentenanspruch zu gefährden, hängt vom Lebensalter ab. Wenn Sie bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen. Sie müssen Ihre Beschäftigung bei Ihrem Rentenversicherungsträger dann auch nicht melden.

Hinzuverdienst vor der Regelaltersgrenze

Erhalten Sie schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Altersrente, gelten bis zu Ihrer Regelaltersgrenze besondere Hinzuverdienstregelungen bei:

  • Altersrente für langjährig Versicherte,
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen,
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit,
  • Altersrente für Frauen,
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte oder
  • Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute.

Die Regelaltersgrenze liegt für vor dem 1. Januar 1947 geborene Versicherte bei 65 Jahren. Sind Sie nach dem 31. Dezember 1946 geboren, wird die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Nähere Informationen über die verschiedenen Altersrenten finden Sie in unserer Broschüre „Die richtige Altersrente für Sie“.

Abhängig vom Hinzuverdienst wird die Altersrente in voller Höhe oder vermindert – als so genannte Teilrente – gezahlt. Unter Umständen kann die Rente sogar ganz entfallen. Je mehr Sie hinzuverdienen, desto niedriger ist der Anteil der Rente. Die Altersrente können Sie erhalten als:

  • Vollrente (also in voller Höhe),
  • Zwei-Drittel-Teilrente (also in Höhe von zwei Dritteln der Vollrente),
  • Ein-Halb-Teilrente (also in Höhe der Hälfte der Vollrente) oder
  • Ein-Drittel-Teilrente (also in Höhe von einem Drittel der Vollrente).

Bitte melden Sie jede Erwerbstätigkeit Ihrem Rentenversicherungsträger. Dort erfahren Sie auch, ob Ihr Verdienst die Grenzen einhält oder überschreitet. Außerdem sagen wir Ihnen, welche Einkommensarten als Hinzuverdienst gelten.

AchtungAls Hinzuverdienst gelten das monatliche Bruttoarbeitsentgelt, der monatliche steuerrechtliche Gewinn (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Arbeit und aus Land- und Forstwirtschaft) sowie vergleichbares Einkommen wie zum Beispiel Vorruhestandsgeld.

Die Vollrente

Wenn Sie Ihre Rente in voller Höhe erhalten, gilt für Sie die für die alten und die neuen Bundesländer einheitliche Hinzuverdienstgrenze von 450,00 Euro.

Überschreiten Sie mit Ihrem Verdienst die Grenze für eine Vollrente, bleiben aber noch unter der Grenze für eine Teilrente, erhalten Sie diese Teilrente auch ohne Antrag. Anders verhält es sich, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder weniger verdienen und die Hinzuverdienstgrenze für die Vollrente oder eine höhere Teilrente einhalten: In diesem Fall müssen Sie die höhere Leistung innerhalb von drei Kalendermonaten beantragen.

Beispiel:
Brigitte N. verdient von Januar bis August monatlich 475 Euro und liegt damit über der Hinzuverdienstgrenze für ihre Vollrente. Die Rente wird ab Januar daher als Teilrente gezahlt.
Ab September verdient sie nur noch 430 Euro. Sie stellt im Oktober einen Antrag und erhält ihre Rente rückwirkend ab September wieder in voller Höhe.

Die Teilrente

Sie können Ihre Altersrente auch als Teilrente beziehen.

Sie lässt Ihnen beim Hinzuverdienst einen größeren Spielraum. Die Hinzuverdienstgrenzen bei Teilrenten werden meist individuell berechnet. Entscheidend ist hierbei: das versicherte Gehalt beziehungsweise die rentenrechtlichen Zeiten der letzten drei Kalenderjahre - umgerechnet in sogenannte Entgeltpunkte - vor dem Beginn der ersten Altersrente. Es spielt auch eine Rolle, ob der Verdienst in den alten oder neuen Bundesländern erzielt wurde. Das ist deshalb wichtig, weil sich dieser auf die Berechnung der individuellen Hinzuverdienstgrenzen auswirkt: Sind Sie in den alten Bundesländern beschäftigt beziehungsweise selbstständig tätig, gilt die monatliche Bezugsgröße. Erzielen Sie dagegen einen Verdienst in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin-Ost, wird die monatliche Bezugsgröße mit dem aktuellen Rentenwert (Ost) multipliziert und durch den aktuellen Rentenwert geteilt.

Wie sich Ihr zulässiger Hinzuverdienst errechnet, können Sie in den Faltblättern lesen (siehe rechts).

In der Anlage 19 Ihres Rentenbescheides finden Sie die Hinzuverdienstgrenzen für die erste Zeit Ihres Rentenbezugs.

Die Grenzwerte sind dynamisch, weil sie an die Lohnentwicklung gekoppelt sind.

Wer beispielsweise in den letzten drei Kalenderjahren vor seinem Rentenbeginn stets das Durchschnittsentgelt verdient hat (2016 = monatlich 3.022,25 Euro), für den gelten als Hinzuverdienstgrenzen:

In den alten Bundesländern:

  • für eine 1/3 Teilrente: 2.178,75 Euro
  • für eine 1/2 Teilrente: 1.655,85 Euro
  • für eine 2/3 Teilrente: 1.132,95 Euro

In den neuen Bundesländern:

  • für eine 1/3 Teilrente: 2.050,67 Euro
  • für eine 1/2 Teilrente: 1.558,51 Euro
  • für eine 2/3 Teilrente: 1.066,35 Euro

Wenn Sie die Grenze für eine bestimmte Teilrente überschreiten und die Grenze für eine niedrigere Teilrente einhalten, zahlt Ihnen Ihr Rentenversicherungsträger diese Teilrente auch ohne Antrag. Halten Sie später wieder die Hinzuverdienstgrenze für eine höhere Teilrente oder sogar für die Vollrente ein, müssen Sie die höhere Leistung innerhalb von drei Kalendermonaten beantragen.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Zwar dürfen Sie Ihre Hinzuverdienstgrenze grundsätzlich nicht überschreiten, dennoch gibt es eine Ausnahme.

Unabhängig davon, ob Sie eine Vollrente oder eine Teilrente erhalten: Sie dürfen die Hinzuverdienstgrenze, die Sie mit Ihrem „normalen“ Verdienst einhalten, zweimal pro Kalenderjahr bis zum doppelten Wert überschreiten. Neben einer Vollrente dürfen Sie regelmäßig 450 Euro hinzuverdienen. Hiervon abweichend darf Ihr Hinzuverdienst in zwei Monaten also bis zu 900 Euro betragen.

Davon profitieren Sie beispielsweise, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen oder Ihnen Überstunden bezahlt werden.

Beispiel:
Brigitte N. verdient 430 Euro im Monat. In den Monaten Juni und November erhält sie von ihrem Arbeitgeber Sonderzahlungen von jeweils 430 Euro. Da sie die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro nur in diesen beiden Monaten überschreitet und darüber hinaus das Doppelte dieser Grenze einhält wird ihre Rente nicht gekürzt.

Erwerbsminderungsrenten

Die Höhe Ihres Hinzuverdienstes kann Einfluss auf die Rentenzahlung haben. Unter Umständen fällt die Rentenzahlung sogar ganz weg. Letzteres kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine volle Erwerbsminderungs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente nicht ausschließlich wegen Ihres Gesundheitszustandes gezahlt wird, sondern auch die Verhältnisse des Arbeitsmarktes berücksichtigt wurden. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Bei der Frage nach dem zulässigen Hinzuverdienst wird zwischen verschiedenen Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit unterschieden:

  • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (auch bei Berufsunfähigkeit),
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung,
  • Rente wegen Berufsunfähigkeit und
  • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit.

Welche Rente Sie genau erhalten, steht in Ihrem Rentenbescheid.

Die Hinzuverdienstgrenzen werden meist individuell berechnet. Entscheidend ist hierbei unter anderem Ihr Verdienst, den Sie vor Eintritt der Erwerbsminderung erzielt haben. Über die Höhe Ihrer individuellen Hinzuverdienstgrenzen können Sie sich bei Ihrem Rentenversicherungsträger informieren.

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