Gesundheit und Erwerbsfähigkeit im höheren Erwerbsalter stärken

Bekanntmachung der Publikationsförderung: Scientific Use File "leben in der Arbeit - RV"

2 Logos nebeneinander: DRV Bund und lidA

Die Erwerbsperspektive älterer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter sowie deren Übergänge in medizinische und berufliche Rehabilitation, die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sowie der „Ausstieg“ in die Erwerbsminderungs- oder ggf. frühe Altersrente werden vor dem Hintergrund einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung und des zunehmenden Fachkräftemangels immer bedeutsamer.

Die 2009 begonnene Panelstudie "lidA – leben in der Arbeit" der Bergischen Universität Wuppertal untersucht die Erwerbsperspektiven im höheren Alter. Ziel ist es u. a., älteren Beschäftigten einen langen und gesunden Verbleib im Erwerbsleben zu ermöglichen. Um zielorientierte und wirksame Handlungsstrategien zu entwerfen, sind differenzierte Analysen notwendig.

Erstmals fördert die Deutsche Rentenversicherung Bund die Erstellung wissenschaftlicher Publikationen. Die Forschungsvorhaben sollen veröffentlichbare Manuskripte zur Weiterentwicklung der Teilhabeleistungen der Rentenversicherung und zur Vermeidung von Erwerbsminderungsrenten auf Grundlage des neuen Scientific Use File „leben in der Arbeit-RV“ (SUF lidA-RV) erarbeiten. Der wissenschaftliche Nachwuchs wird explizit zur Antragstellung aufgefordert und bevorzugt gefördert.

Bitte reichen Sie bis zum 16. November 2026 Ihre Forschungsidee ein.

Forschungsbedarf

Förderfähige Vorhaben

Gefördert werden Vorhaben, die auf eine Generierung wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse ausgerichtet sind und die zur Weiterentwicklung der Teilhabeleistungen der Rentenversicherung bzw. zur Verhinderung von Erwerbsminderungsrentenbezug beitragen. Der Geltungsbereich dieser Bekanntmachung ist auf Fragestellungen begrenzt, die mit dem Scientific Use File „leben in der Arbeit-RV“ (SUF lidA-RV) bearbeitbar sind.

Zu den Themengebieten gehören beispielsweise:

  • Wiedereingliederung bzw. Rückkehr in Arbeit, Teilhabe und (Verhinderung von) Erwerbsminderungsrente,
  • Kenntnisstand zur Reha-Antragstellung bei unterschiedlichen Personengruppen, Reha-Bedarfe und Reha-Intention,
  • Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation, beruflicher Rehabilitation und Erwerbsminderungsrente,
  • Bekanntheit von Angeboten,
  • Fragestellungen zu speziellen Gruppen (z. B. Post-Covid Syndrom).

Die Themenfelder haben Beispielcharakter und sind nicht abschließend. Grundsätzlich können auch Vorhaben außerhalb der genannten Themengebiete gefördert werden, sofern diese dem Zuwendungszweck der Bekanntmachung entsprechen.

Bevorzugt gefördert werden Vorhaben, die die Befragungsdaten der lidA-Studie und die Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung gemeinsam auswerten.

Nicht förderfähige Vorhaben

Nicht gefördert werden insbesondere Vorhaben,

  • die sich ausschließlich oder primär auf die Teilhabeleistungen durch andere Leistungsträger beziehen und somit vordergründig andere Zielgruppen fokussieren als Menschen mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen, die Versicherte bzw. Leistungsberechtigte gemäß SGB VI sind,
  • die in der Vergangenheit oder zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits aus öffentlichen Mitteln (einschließlich Mitteln der Rentenversicherungsträger) unterstützt wurden bzw. werden,
  • über die bereits vergleichbare Veröffentlichungen mit den lidA-Daten vorliegen (siehe z.B. lidA-Publikationsliste).

Datengrundlage

lidA-Studie

Die Studie "lidA – leben in der Arbeit" wurde 2009 unter Federführung der Bergischen Universität Wuppertal von Prof. Hasselhorn und seinem Team initiiert. In den Jahren 2011 (Welle 1), 2014 (Welle 2), 2018 (Welle 3) wurden zwei Alterskohorten (1959, 1965), ab 2022/23 (Welle 4) drei Alterskohorten (zusätzlich 1971) befragt, um die Arbeitssituation älterer Beschäftigter zu untersuchen und Übergangsprozesse von der Arbeit in den Ruhestand abzubilden.

Die Befragungswellen 3 und 4 wurden maßgeblich von der Deutschen Rentenversicherung Bund mitgefördert, um die wissenschaftliche Untersuchung der Inanspruchnahme von Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation in Abhängigkeit von individuellen Merkmalen sowie Merkmalen der Arbeitssituation zu ermöglichen. Das Modul der Rentenversicherung in Welle 3 thematisierte den Rehabilitationsbedarf und die -inanspruchnahme bei älteren Erwerbstätigen mit und ohne Migrationshintergrund. Welle 4 widmete sich Arbeit und Erwerbsteilhabe im Generationenvergleich.

SUF lidA-RV

Für weiterführende Analysen werden die lidA-Befragungsdaten erstmals mit Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung zu einem anonymisierten Scientific Use File verknüpft. Die Ziehung und Zuspielung dieser Daten erfolgten mit Einverständnis der befragten Personen.

Der SUF lidA-RV beinhaltet die Befragungsdaten von etwa 12.200 Personen, für etwa 5.300 Befragte liegen Routinedaten der Rentenversicherung vor. Es sind Längsschnitt- und Querschnittuntersuchungen möglich (siehe Datensatzbeschreibungen).

Die Befragungsdaten beinhalten u. a. Informationen zur individuellen Erwerbssituation und zum Arbeitsverhältnis, zu Arbeitsanforderungen und -belastungen, zur Einschätzung der Gesundheit, zum sozio-ökonomischen Hintergrund und Haushaltskontext für den Zeitraum von 2011 bis 2022/23.

Die DRV-Routinedaten enthalten für den Zeitraum von 2009 bis 2023 Informationen zu beruflichen und medizinischen Rehabilitationsleistungen und zur Rentenbiografie sowie ab 2006 zur Erwerbsbiografie.

Datenschutz

Da der SUF lidA-RV in anonymisierter Form vorliegt, sind weder ein Datenschutzkonzept noch ein Antrag auf Übermittlung von Sozialdaten nach § 75 SGB X notwendig.

Zugang zum SUF lidA-RV

Um die angesprochenen Themenfelder bearbeiten zu können, muss spätestens bei Projektbeginn der SUF lidA-RV beim Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung (FDZ-RV) vertragspflichtig beantragt werden.

Übergreifende Aktivitäten

Kick-off und Co.

Gemeinsamer Start der Förderinitiative und damit der Projekte ist voraussichtlich der 1. Mai 2027.

Geplant ist, im Rahmen der Förderinitiative übergreifende Aktivitäten (z. B. Kick-off, Workshop zum Umgang mit den Daten) zu organisieren. Von den Forschenden wird erwartet, sich an diesen Aktivitäten zu beteiligen.

Derzeit vorgesehen sind (online):

  • Kick-off: voraussichtlich Ende Mai 2027
  • Datenworkshop: voraussichtlich Ende Juni 2027
  • Bei Bedarf zusätzliche individuelle Datenberatungen

Es ist geplant, die Ergebnisse auf dem Reha-Kolloquium 2028 vorzustellen. Daher ist die Teilnahme der Forschenden am Reha-Kolloquium 2028 im Zeit- und Finanzierungsplan zu berücksichtigen.

Einreichung der Skizzen

Hinweise zu Antragstellung und Finanzierung

  • Das Antragsverfahren ist als einstufiges Verfahren ausgestaltet.
  • Es ist die Einreichung eines zweiseitigen Exposés zuzüglich Anhang in deutscher Sprache nach Vorgabe der Zuwendungsgeberin erforderlich.

Fördermittel können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden.

  • Eine Förderung ist für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr möglich.
  • Es können pro Vorhaben bis zu 40.000 Euro beantragt werden.
  • Es werden bis zu vier Vorhaben gefördert.
  • Gemeinsamer Förderbeginn ist voraussichtlich der 1. Mai 2027.

Es gelten die Nebenbestimmungen der Deutschen Rentenversicherung sowie die allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung.

Download-Bereich

Bekanntmachung

Bekanntmachung

Leitfaden Exposé

Leitfaden Exposé

Datensatzbeschreibungen

Datensatzbeschreibungen

Kontakt

Deutsche Rentenversicherung Bund
Abteilung Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin
Dezernat Reha-Wissenschaften
10704 Berlin

Ansprechpersonen:
Sabine Erbstößer
Dr. Nico Seifert

E-Mail: reha-wissenschaften@drv-bund.de

Bitte formulieren Sie Ihre Fragen schriftlich per E-Mail.