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Die häufigsten Rentenirrtümer

Es gibt zahlreiche Rentenirrtümer. Wir klären diese auf.

„Die Rente kommt automatisch.“ „Alle müssen bis 67 arbeiten.“ „Die letzten Jahre vor der Rente sind besonders wichtig.“ ...

Rund um das Thema Rente gibt es eine Menge Gerüchte. Damit Sie Bescheid wissen, möchten wir Sie über die häufigsten Irrtümer aufklären.

Alle bisher aufgeklärten Rentenirrtümer finden Sie hier im Überblick!

„Die Rente kommt automatisch!“

Leider nein. Ihre Rente müssen Sie schriftlich beantragen. Mindestens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn sollten Sie Ihren Antrag stellen. Dann klappt es auch mit dem nahtlosen Übergang vom Job zur Rente.

„Ehemänner haben keinen Anspruch auf Witwenrente“

Das trifft nicht zu. Frauen und Männer haben Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente. Sie haben Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente, wenn Ihr verstorbener Ehegatte mindestens fünf Jahre lang Rentenbeiträge eingezahlt hat. In den ersten drei Monaten erhalten Sie die volle Witwen- bzw. Witwerrente („Sterbevierteljahr“). Ab dem vierten Monat wir Ihr Einkommen auf die Rente angerechnet.

„Die letzten Jahre vor der Rente sind besonders wichtig!“

Das ist nicht richtig. Die Rentenhöhe hängt nicht von den Einzahlungen Ihrer letzten Arbeitsjahre ab, sondern resultiert aus Ihrem gesamten Versicherungsleben.  Sollten Sie vor der Rente am meisten verdienen, sammeln Sie in den letzten Jahren auch die meisten Entgeltpunkt.

„Rente bekomme ich erst, wenn ich 15 Jahre geklebt habe!“

Das ist auch falsch. Ihre Mindestversicherungszeit für eine Regelaltersrente beträgt fünf Jahre. Auch Kindererziehungszeiten werden in diese Mindestversicherung mit eingerechnet. 
Wenn Sie 15, 35 oder 45 Jahre an Versicherungszeiten zusammenbekommen, können Sie schon früher als mit dem Regelrentenalter (für den Jahrgang 1952 zum Beispiel 65 Jahre plus sechs Monate) in Altersrente gehen.

„Wenn ich 45 Jahre eingezahlt habe, kann ich mit 63 ohne Abzug in Rente gehen.“

Dies trifft nur fast zu. Wenn Sie 45 Jahre Beiträge gezahlt haben, können Sie die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Diese können Sie allerdings erst mit 63 Jahren und vier Monaten (für den Geburtsjahrgang 1954) in Anspruch nehmen, das aber ohne Rentenabschläge. In den nächsten Jahren steigt das Zugangsalter für diese Rente schrittweise auf 65 Jahre an.

„Alle müssen bis 67 arbeiten.“

Richtig ist: Erst ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt das Regelrentenalter bei 67 Jahren. Für vor diesem Stichtag Geborene wird die Altersgrenze schrittweise von 65 bis auf 67 Jahre angehoben. Sie können auch vorzeitiger in Rente gehen, müssen dabei jedoch Abschläge in Kauf nehmen.

„Die Rentenabschläge enden mit der „richtigen“ Altersrente!“

Das stimmt nicht. Gehen Sie früher in Rente, müssen Sie Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat, also 3,6 Prozent im Jahr, den Sie früher in Rente gehen, in Kauf nehmen. Auch nach Erreichen der Regelrentenzeit bleiben die Abzüge bestehen. Wichtig ist: Die Abschläge können sich auf die Hinterbliebenenrente auswirken.

„Zu meiner Rente darf ich hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird.“

Das trifft nur teilweise zu. Sie haben bereits die Regelaltersgrenze von 65 plus x erreicht, dann dürfen Sie zu Ihrer eigenen Altersrente unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird.
Das gilt jedoch nicht für die Hinterbliebenenrente. Wenn Sie eine vorzeitige Altersrente beziehen, also noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben, muss die Hinzuverdienstgrenze beachtet werden. Ab Juli 2017 gilt: Übersteigt der Nebenverdienst 6.300 Euro im Jahr, wird der darüber liegende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

„Die Altersrente meines Ehepartners wird auf meine Altersrente angerechnet.“

Das ist ein Irrtum. Auf Ihre eigene Rente wird die Altersrente des Ehepartners nicht angerechnet.
Es gibt lediglich Ausnahmen bei Rentenansprüchen nach dem Fremdrentengesetz (bei Deutschen aus Osteuropa). Hier gibt es summenmäßige Begrenzungen.

„Frauen können mit 60 in Rente gehen!“

Leider nicht ganz richtig. Frauen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, konnten ab dem 60. Lebensjahr in Rente gehen. Allerdings gab es Bedingungen. Sie mussten eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und ab dem 40. Geburtstag mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben. 

„Die Aufteilung der Renten nach einer Scheidung ist endgültig.“

Das stimmt nur bedingt. Prinzipiell ist der Versorgungsausgleich nach einer Ehescheidung endgültig. Aber eine Abänderung ist unter Umständen möglich, wenn Ihr Ex-Ehegatte verstorben ist und keine oder nur wenige Leistungen aus den übertragenen Rentenansprüchen erhalten hat. 

„Eine Reha-Leistung führt zur Kürzung der späteren Rente!“

Auch das ist ein Irrtum, denn eine Rehabilitation mindert die spätere Rente nicht. Im Gegenteil: Während einer Reha werden normalerweise Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung entrichtet, die den späteren Rentenanspruch erhöhen. Darüber hinaus führt eine erfolgreiche Rehabilitation zumeist zu einer längeren Erwerbstätigkeit und damit auch zu einer höheren Rente.

„Ich muss meine Rente voll versteuern.“

Richtig ist: Seit 2005 gilt für Rentenzahlungen eine nachgelagerte Besteuerung. Das heißt, die Renten werden während der Auszahlungsphase versteuert. Richtig ist aber auch, dass der Übergang schrittweise vonstattengeht: Wer 2005 oder früher Rentner geworden ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern. Neurentner des Jahres 2018 liegen bei 76 Prozent. Im Umkehrschluss werden die Rentenversicherungsbeiträge in der Erwerbsphase allmählich steuerfrei gestellt.

„Azubis haben erst nach fünf Jahren Absicherung wegen Erwerbsminderung.“

Dies ist nicht korrekt, denn für Berufsanfänger bestehen Sonderregelungen hinsichtlich der Rente wegen Erwerbsminderung: Auszubildende sind bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit bereits ab dem ersten Tag durch die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert.

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