Weltkrebstag: Personenzentrierte Therapie als Erfolgsfaktor in der onkologischen Reha der Rentenversicherung
Datum: 03.02.2026
Die Zahl der Krebsdiagnosen in Deutschland steigt weiter und liegt bei rund 500.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Damit gewinnt auch die onkologische Rehabilitation der Rentenversicherung zunehmend an Bedeutung: Als dritthäufigste Indikation der medizinischen Reha unterstützt sie Betroffene dabei, die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung zu bewältigen. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar weist die Deutsche Rentenversicherung Bund auf ihr personenzentriertes Reha-Angebot für Menschen mit Krebserkrankungen hin.
Krebs tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Mehr als die Hälfte der Neuerkrankungen betrifft Menschen über 65 Jahre. Neben dem Lebensalter gelten Alkohol- und Tabakkonsum sowie Übergewicht, mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung als weitere Risikofaktoren. Männer erkranken insbesondere an Prostata- und Lungenkrebs. Bei Frauen bilden Brustkrebs und ebenfalls Lungenkrebs die häufigsten Tumorleiden. Fortschritte in der Früherkennung und der Behandlung führen zu sinkenden Sterblichkeitsraten – rund 50 Prozent der betroffenen Erwachsenen können mittlerweile geheilt werden.
Krebserkrankungen sind dritthäufigste Indikation für medizinische Reha
Die Erkrankungsraten spiegeln sich auch in der Rehabilitation wider: Tumorerkrankungen stellen mittlerweile die dritthäufigste Indikation für eine medizinische Reha dar. Knapp 136.000 (genau: 135.805) medizinische Rehabilitationen im Bereich Hämatologie und Onkologie hat die Deutsche Rentenversicherung 2024 laut „Reha-Atlas 2025“ erbracht. Mit mehr als 74.000 Rehabilitationen hatten Frauen einen Anteil von rund 55 Prozent, 45 Prozent entfielen auf Männer (annähernd 62.000 Maßnahmen). Frauen erhielten eine onkologische Reha am häufigsten wegen Brustkrebs (52 Prozent), Männer wegen Prostatakrebs (47 Prozent). Das Durchschnittsalter lag bei 62,5 Jahren (Frauen: 61 Jahre, Männer: 64 Jahre).
„Die steigende Zahl onkologischer Rehabilitationsleistungen zeigt, wie wichtig dieses Angebot für die Betroffenen ist. Mit spezialisierten Reha-Zentren, vielfältigen Therapieformen und innovativen Ansätzen wie der psycho-onkologischen Rehabilitation leisten wir einen zentralen Beitrag zur qualitativ hochwertigen Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten“, erklärt Brigitte Gross, Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Konzept der „Dualen Reha“
Dabei kommt dem Therapiekonzept der „Dualen Reha“ inzwischen erhebliche Bedeutung zu, welche in spezialisierten Kliniken angeboten wird. Dieses vereint in diesem Fall die Psychosomatik mit der Onkologie und bietet als psycho-onkologische Reha schwerpunktmäßig Beratung und Behandlung psychosozialer Probleme im Zuge der Erkrankung. Der Facharztstandard wird für beide Indikationen vorgehalten und die Teams beider Fachrichtungen arbeiten eng zusammen und erstellen den Behandlungsplan ebenfalls gemeinsam.
Rentenversicherung verfügt über bundesweites Netz spezialisierter Kliniken
Die Deutsche Rentenversicherung bietet sowohl in verschiedenen eigenen Reha-Zentren als auch in Vertragseinrichtungen bundesweit onkologische Reha-Leistungen an: Unter anderem in der Klinik Sonnenblick der DRV Hessen in Marburg, in der Knappschaftsklinik Bad Neuenahr, im Reha-Zentrum Klinik Ostseeblick der DRV Bund in Ückeritz auf Usedom oder im Rehazentrum Oberharz der DRV Braunschweig-Hannover in Clausthal-Zellerfeld.
Personenzentrierte Therapie bietet vielfältige Behandlungsmöglichkeiten
In den Therapieplänen werden die persönlichen Bedürfnisse und Ziele der Rehabilitanden in besonderem Maße berücksichtigt. Ihnen stehen hierbei vielfältige Therapieangebote zur Verfügung, darunter klassische Behandlungen wie Physiotherapie und Psychotherapie aber auch Yoga, Musik- oder Waldtherapie. „Eine Krebserkrankung betrifft Menschen sehr unterschiedlich – körperlich, psychisch und sozial. Deshalb steht in der onkologischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung der einzelne Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, Betroffene nach einer oft belastenden Therapie ganzheitlich zu stärken und ihre Teilhabe in Beruf und Alltag nachhaltig zu fördern“, sagt Brigitte Gross.
Anspruch und Antrag auf eine onkologische Reha
Nicht nur Erwerbstätige, sondern auch Menschen, die eine Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente beziehen, haben Anspruch auf eine onkologische Reha der Deutschen Rentenversicherung. Dies gilt auch für ihre Ehe- oder Lebenspartner. Anspruchsberechtigt sind außerdem Kinder, Pflege- und Stiefkinder von Versicherten und Rentenbeziehern bis zum 18. Lebensjahr. Absolvieren die Kinder eine Schul- oder Berufsausbildung, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst, verlängert sich dieser Zeitraum – maximal bis zum vollendeten 27. Lebensjahr.
Weiterführende Informationen
- Unsere Übersichtsseite zur Medizinischen Rehabilitation bietet umfangreiche Informationen zur medizinischen Reha der Deutschen Rentenversicherung und ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Antragstellung.
- Die Seite meine-rehabilitation.de informiert über Behandlungsspektrum, Qualität und spezifische Merkmale der einzelnen Kliniken sowie über spezielle Nachsorgeangebote – wohnortnah und/oder berufsbegleitend.
- Über die Seite eservice-drv.de kann der Antrag direkt online gestellt werden.