Deutsche Rentenversicherung

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FAQs zur Grundrente

Die Grundrente soll am 1. Januar 2021 in Kraft treten. An dieser Stelle wollen wir Ihnen Antworten auf Ihre Fragen rund um die Grundrente geben.

Was ist die Grundrente?

Die Grundrente ist ein individueller Zuschlag zu Ihrer Rente und honoriert eine langjährige Versicherung bei unterdurchschnittlichem Einkommen. Das heißt, langjährig Versicherte mit einem durchschnittlich versicherten Einkommen von weniger als 80 Prozent des Durchschnittseinkommens können unter Umständen einen individuellen Zuschlag zu ihrer Rente erhalten.

Wird die Grundrente als eigenständige Leistung gezahlt?

Nein, die Grundrente ist keine eigenständige Leistung. Sie wird als Teil der gesetzlichen Rente ausgezahlt.

Die Grundrente ist auch keine Leistung, mit der die Rente auf einen für alle gleichen Gesamtbetrag aufgestockt wird. Der Anspruch und gegebenenfalls die Höhe werden anhand der Versicherungsbiographie individuell bestimmt. Die Bundesregierung rechnet im Schnitt mit einem Grundrentenzuschlag in Höhe von monatlich 75 Euro.

Wer wird von der Grundrente profitieren?

Schätzungsweise werden von den heute knapp 26 Millionen Rentnerinnen und Rentnern rund 1,3 Millionen eine Grundrente erhalten.

Muss ich einen Antrag stellen?

Nein, niemand muss einen Antrag stellen. Ob Sie einen Anspruch auf die Grundrente, also auf den Zuschlag zu Ihrer Rente haben, wird von der Rentenversicherung automatisch geprüft. Die Auszahlung erfolgt ebenfalls automatisch. Sie müssen nichts unternehmen.

Die Prüfung erfolgt sowohl für diejenigen von Amts wegen, die bereits Rente bekommen, als auch für jene Rentnerinnen und Rentner, deren Rente nach dem 31. Dezember 2020 beginnt. Der Grundrentenzuschlag wird für alle Rentenarten gezahlt, also für Altersrenten, Renten an Hinterbliebene (Witwen- und Witwerrenten) sowie Erwerbsminderungsrenten.

Wer kann meine Fragen zur Grundrente beantworten?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung können zurzeit noch keine Auskünfte zum persönlichen Anspruch und zur individuellen Höhe geben.

Die Arbeiten zur Umsetzung des Grundrentengesetzes laufen bereits auf Hochtouren. Neben dem Aufbau eines Datenaustauschverfahrens mit der Finanzverwaltung müssen auch knapp 26 Millionen teils sehr alte Versicherungskonten auf einen möglichen Anspruch auf Grundrente hin untersucht werden. In diesen Konten kann auf die für die Grundrentenprüfung benötigten Informationen oft nicht einfach zugegriffen werden.

Um die Zeit zu überbrücken, bis wir unsere Kundinnen und Kunden auch zum Thema Grundrente in gewohnter Qualität beraten können, stellen wir Ihnen hier umfangreiches Material zur Verfügung. Mit diesen FAQs, dem Flyer „Grundrente: Fragen und Antworten“ und auch ein paar stark vereinfachten Beispielen können Sie sich einen ersten Überblick über diese neue Leistung verschaffen. Natürlich informieren wir Sie hier auch, ab wann wir Sie individuell beraten können.

Wer hat einen Anspruch auf Grundrente?

Um den Grundrentenzuschlag in voller Höhe erhalten zu können, müssen mindestens 35 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein.

Die Grundrente startet in einem sogenannten Übergangsbereich bereits dann, wenn 33 Jahre Grundrentenzeiten vorhanden sind.

Was sind Grundrentenzeiten?

Das sind alle Zeiten, die für die 33 Jahre Mindestversicherungszeit mitzählen, die für einen Anspruch auf Grundrente benötigt werden. Dazu gehören folgende Zeiten:

  • Pflichtbeiträge aus Berufstätigkeit oder Selbständigkeit,
  • Pflichtbeitragszeiten für Kindererziehung und Pflege,
  • Zeiten der Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation,
  • Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung und Pflege,
  • Ersatzzeiten (das sind zum Beispiel Zeiten des Kriegsdienstes, der Kriegsgefangenschaft oder der politischen Haft in der DDR.)

Welche Zeiten zählen bei der Mindestversicherungszeit für die Grundrente nicht mit?

Folgende Zeiten zählen nicht zu den Grundrentenzeiten:

  • Zeiten des Bezuges von Arbeitslosengeld I und II,
  • Zeiten der Schulausbildung,
  • die Zurechnungszeit, also der für die Rente fiktiv verlängerte Versicherungsverlauf zur Erhöhung einer Erwerbsminderungsrente oder einer Rente wegen Todes sowie
  • freiwillige Beiträge und
  • Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) ohne eigene Beitragszahlung.

Was gilt für Zeiten im Ausland? Werden auch diese bei der Mindestversicherungszeit, also den sogenannten Grundrentenzeiten, mitgezählt?

Für die Prüfung der mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten werden auch entsprechende Zeiten aus Ländern berücksichtigt, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat oder für die das EU-Recht gilt. Ausgenommen hiervon sind Zeiten aus den USA und der Türkei.

Der Zuschlag selbst wird aber nur aus deutschen Zeiten berechnet. Zeiten mit geringen Einkommen im Ausland werden also nicht durch den Zuschlag aufgewertet.

Gibt es eine Gleitzone bei der Mindestversicherungszeit?

Rentnerinnen und Rentner, die mindestens 33 Jahre, aber weniger als 35 Jahre mit Grundrentenzeiten zurückgelegt haben, erhalten den Grundrentenzuschlag in der Höhe gestaffelt. Erst ab 35 Jahren Grundrentenzeiten wird der Zuschlag in voller Höhe gezahlt.

Wie hoch muss das versicherte Einkommen mindestens gewesen sein, damit eine Grundrente in Betracht kommt?

Eine Grundrente kann gezahlt werden, wenn die persönliche Beitragsleistung in der Rentenversicherung mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes der Versicherten betrug oder beträgt. Zeiten mit Beiträgen aus einem Verdienst unter 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten bleiben unberücksichtigt.

Im Jahr 2020 beträgt der monatliche Durchschnittsverdienst rund 3.379 Euro. Der monatliche Bruttoverdienst müsste somit im Jahre 2020 gerundet bei mindestens 1.013 Euro liegen, damit eine solche Zeit für die Berechnung eines Zuschlags berücksichtigt werden kann.

Heute liegen die Verdienste der Vollzeitbeschäftigten aufgrund der Regelungen zum Mindestlohn über dieser Grenze.

Teilzeitbeschäftigungen führen teilweise zu einem Lohn unterhalb von 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Solche Teilzeitbeschäftigungen können für die Berechnung des Zuschlages nicht berücksichtigt werden. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden können Zeiten eines versicherungspflichtigen Minijobs.

Wer Kinder erzieht, wird bei der Rentenberechnung bereits heute für bis zu drei Jahre so gestellt, als würde er in diesen Zeiten den Durchschnittsverdienst aller Versicherten erzielen.

Wird Einkommen auf die Grundrente angerechnet?

Die Antwort lautet kurz und knapp: Ja, auf die Grundrente wird Einkommen angerechnet.

Den vollen Grundrentenzuschlag erhalten Sie bis zu einem monatlichen Einkommen von 1.250 Euro für Alleinstehende und 1.950 Euro bei Ehen oder eingetragenen Lebenspartnerschaften. Wird der jeweilige Freibetrag überschritten, werden 60 Prozent des darüber liegenden Einkommens angerechnet. Bei Einkommen über 1.600 Euro (Paare: 2.300 Euro) wird der über diesem Betrag liegende Teil in voller Höhe angerechnet.

Welches Einkommen wird bei der Grundrente angerechnet?

Bei der Grundrente wird das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge angerechnet.

Mit Ausnahme der Kapitalerträge wird das anrechenbare Einkommen vom Finanzamt an die Deutsche Rentenversicherung automatisch gemeldet. Kapitalerträge oberhalb des Sparerfreibetrages sind von den Rentnerinnen und Rentnern der Deutschen Rentenversicherung mitzuteilen. Die Rentenversicherung kann die Angaben dann überprüfen.

Steuerfreie Einnahmen wie beispielsweise Einnahmen aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit und aus einer pauschal besteuerten geringfügigen Beschäftigung (Minijob) bleiben unberücksichtigt.

Nicht berücksichtigt werden sollen zum Beispiel Immobilien und Vermögen.

Selbstverständlich wird auch der Zuschlag, also die Grundrente selbst, nicht berücksichtigt.

Was geschieht mit ausländischem Einkommen? Wird auch das angerechnet?

Ja. Auch ausländisches Einkommen wird angerechnet werden. Sollten Sie ein solches Einkommen haben, teilen Sie dies der Deutschen Rentenversicherung bitte auf Nachfrage mit.

Wie wirkt sich der Freibetrag zum Beispiel bei der Grundsicherung und beim Wohngeld aus, wenn ich diese Leistungen zusätzlich zur Rente beantrage?

Haben Sie mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten erreicht, wird ein Betrag in Höhe von 100 Euro der monatlichen Bruttorente zuzüglich 30 Prozent der darüber liegenden Rente nicht angerechnet. Dieser Freibetrag wird auf 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung begrenzt. Der Freibetrag läge somit zum Beispiel im Jahr 2020 bei maximal 216 Euro.

Zu dieser Frage ein Beispiel:

Sie haben mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten erfüllt und ihre monatliche Bruttorente beträgt 550 Euro.

Hiervon wären 100 Euro anrechnungsfrei. Von den verbleibenden 450 Euro würden 30 Prozent nicht angerechnet. 30 Prozent von 450 Euro betragen 135 Euro. Es ergäbe sich ein nicht anzurechnendes Einkommen von 235 Euro. Mit diesem Betrag würden 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung überschritten. Der Freibetrag für die Grundsicherung oder dem Wohngeld wäre daher auf 216 Euro zu begrenzen. Das bedeutet: von ihrer Rente in Höhe von 550 Euro würden nur 334 Euro (550 Euro - 216 Euro) auf die Grundsicherung oder das Wohngeld angerechnet.

Wird die Grundrente auch ins Ausland gezahlt?

Ja. Der Anspruch auf die Grundrente ist nicht an einen Wohnsitz in Deutschland gebunden. Somit ist auch eine Zahlung ins Ausland möglich.

Wie wird die Grundrente berechnet?

Der Zuschlag wird individuell berechnet. Kurz gesagt werden die Entgeltpunkte erhöht, auf deren Basis die Rente errechnet wird.

In einem ersten Schritt wird ermittelt, ob genügend Grundrentenzeiten für einen Anspruch auf Grundrente vorhanden sind. Also mindestens 33 Jahre oder besser noch mindestens 35 Jahre, damit der Zuschlag in voller Höhe ausgezahlt werden kann.

Im zweiten Schritt werden dann aus allen im Rentenkonto gespeicherten Grundrentenzeiten – das können auch mehr als 35 Jahre sein – die Zeiten herausgesucht, in denen mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes versichert wurden. Das können jetzt auch weniger als 33 Jahre sein. Nur aus diesen Zeiten wird ein Zuschlag errechnet.

Dazu werden für diese Zeiten die ihnen zugeordneten Entgeltpunkte zusammengerechnet und hieraus ein Durchschnittswert gebildet. Dieser Durchschnittswert wird verdoppelt. Kommt man nach dieser Verdoppelung auf mehr als 0,8 Entgeltpunkte pro Jahr, wird der Wert auf 0,8 begrenzt. Wird begrenzt, beträgt der Wert für den Zuschlag 0,8 Entgeltpunkte minus Durchschnittswert. Danach werden von dem so errechneten Zuschlag noch pauschal 12,5 Prozent abgezogen. So ergibt sich zum Schluss der Jahreswert, der als Zuschlag für höchstens 35 Jahre berechnet, also höchstens mit 35 multipliziert wird.

Die Staffelung des Zuschlags bei Grundrentenzeiten von 33 bis 35 Jahren erfolgt über den Begrenzungswert. Er beträgt bei 33 Jahren 0,4 Entgeltpunkte, also 40 Prozent des Durchschnittsverdienstes und erhöht sich gleichmäßig auf 0,8 Entgeltpunkte, also 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes bei 35 und mehr Jahren.

Wie die Grundrente unter bestimmten Annahmen berechnet werden kann finden Sie in den Fallbeispielen zur Grundrente.

Wann wird die Grundrente ausgezahlt?

Die Deutsche Rentenversicherung beginnt voraussichtlich ab Juli 2021 mit der Versendung der Grundrentenbescheide für Rentnerinnen und Rentner, die erstmals ab diesem Zeitpunkt eine Rente erhalten. Alle anderen bekommen ihre Bescheide bis Ende 2022.

Selbstverständlich werden die Beträge, auf die ab Januar 2021 ein Anspruch besteht in allen Fällen nachgezahlt.

Die Gründe für diese langen Bearbeitungszeiten liegen in dem erheblichen Verwaltungsaufwand, der mit der Einführung der Grundrente verbunden ist. Bitte lesen Sie auch die Frage „Wer kann meine Fragen zur Grundrente beantworten?“. Wir bedanken uns an dieser Stelle für Ihr Verständnis.