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Peer Review-Verfahren - Experten bewerten den Reha-Prozess

Mit dem Peer Review-Verfahren wird die Qualität des Reha-Prozesses erfasst. Dazu werden von erfahrenen Reha-Medizinerinnen und Reha-Medizinern des jeweiligen Fachgebietes (Peers) zufällig ausgewählte anonymisierte ärztliche Entlassungsberichte sowie die Therapiepläne der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden begutachtet. Die Bewertung basiert auf einer indikationsspezifischen Checkliste qualitätsrelevanter Merkmale der Rehabilitation und einem Handbuch. Stationäre und ambulante Rehabilitationen sind in das Verfahren gleichermaßen einbezogen und werden nach gleichen Maßstäben bewertet. Um eine einheitliche Begutachtung zu gewährleisten, werden die Peers in mehrtägigen Schulungen auf ihre gutachterliche Tätigkeit vorbereitet. Bewertet werden z. B. die Regelhaftigkeit der Behandlung, die fallgerechte Festlegung und Vermittlung von Behandlungszielen oder die Plausibilität sozialmedizinischer Schlussfolgerungen. Dabei werden Bewertungen aller Bereiche der Rehabilitation (Anamnese, Diagnostik, Therapieziele - Reha-Verlauf und Reha-Ergebnis, Sozialmedizinische Epikrise sowie weiterführende Maßnahmen und Nachsorge) vorgenommen. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Bewertung des gesamten Reha-Prozesses.

Das Peer Review-Verfahren wird als vergleichende Qualitätsanalyse in cirka zweijährigen Intervallen durchgeführt. Es liegen für dieses Verfahren, wie auch für andere Aspekte der Reha-Qualitätssicherung indikationsbezogene Vergleichsgruppen vor. Als Zuordnungsmerkmal wird der Fachabteilungsschlüssel verwendet. Dieser gewährleistet zusammen mit dem Institutskennzeichen die konkrete Einrichtungszuordnung für die Berichtserstellung. Aus jeder mit einem Fachabteilungsschlüssel gekennzeichneten Reha-Einrichtung werden circa 20 Entlassungsberichte von einem Gutachter einer anderen Fachabteilung bewertet. Eine Übersicht zu den Fachabteilungsschlüsseln für Rehabilitationseinrichtungen finden Sie hier:

Fachabteilungsschlüssel für Reha-Einrichtungen

In das Peer Review-Verfahren für somatische Indikationen gehen ca. 13.000 Reha-Entlassungsberichte ein, die aus rund 700 Fachabteilungen ausgewählt werden. Im Bereich Psychosomatik und Sucht umfasst die Datengrundlage ca. 6000 Berichte aus ca. 330 Fachabteilungen.

Das Peer Review hat sich als praktikabel erwiesen, bei der großen Zahl von Reha-Einrichtungen qualitative Unterschiede zwischen den Einrichtungen und Schwachstellen in den Prozessverläufen darzustellen. Im Rahmen einer vergleichenden Berichterstattung werden Anreize geschaffen, die betreffenden Reha-Prozesse zu verbessern. Beispielsweise konnte für somatisch orientierte Fachabteilungen gezeigt werden, dass in vielen Einrichtungen nach wie vor eine unzureichende Anleitung des Rehabilitanden zur Krankheitsverarbeitung und keine ausreichende Berücksichtigung seines Leistungsvermögens im Arbeitsleben stattfindet.

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