FAQ: Vergütungssystem
An dieser Stelle geben wir Ihnen Antworten rund um das Thema neues, produktbezogenes Vergütungssystem.
Allgemeines
Welche Leistungsbestandteile der medizinischen Rehabilitation werden nach dem neuen Vergütungssystem vergütet?
Mit dem Vergütungssatz, der sich aus den Komponenten des produktbezogenen Vergütungssystems ergibt, sind alle Leistungen abgegolten, die die Rehabilitationseinrichtung im Rahmen der Rehabilitationsleistung erbringt. Die aktuell gültigen Regelungen für besonders teure Medikamente gelten weiter.
Wie erfolgt die Vergütung?
Die Vergütung der Rehabilitationsleistungen erfolgt mit vollpauschalierten, tagesgleichen Vergütungssätzen auf Grundlage des produktbezogenen Vergütungssystems. Die Rehabilitationseinrichtung erhält für jeden Tag des Aufenthalts einer Rehabilitandin/eines Rehabilitanden einen festen Betrag, der sich aus den Komponenten des Vergütungssystems ergibt.
Der Aufnahme- und Entlassungstag in stationären Einrichtungen werden zusammen als ein Vergütungstag berechnet.
Gilt das neue Verfahren auch für die ambulante Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen (ARS), für die stationäre Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen und für die Adaptionseinrichtungen?
Die ARS fällt nicht unter das neue Vergütungssystem. Es gilt weiterhin das einheitliche reha-trägerübergreifende Verfahren zur Festlegung der Vergütung der therapeutischen Einzel- und Gruppengespräche.
Für die ganztägige ambulante und die stationäre Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen sowie die Adaption gilt das neue Vergütungssystem. Nicht dazu zählt aber die Nachsorge bei Abhängigkeitserkrankungen.
Basissatz & Indikationsspezifische Basissätze
Was ist der Basissatz?
Der Basissatz ist eine technische Größe im neuen, produktbezogenen Vergütungssystem. Er stellt die rechnerische Bezugsgröße für alle weiteren Vergütungsbestandteile, z.B. indikationsspezifische Basissätze, Vergütungsrelevante Behandlungskonzepte und die Einrichtungsspezifische Komponente dar.
Was sind die indikationsspezifischen Basissätze?
Die indikationsspezifischen Basissätze definieren einheitliche Produktpreise je Indikation und je Durchführungsart und sind für alle Reha-Einrichtungen gleich. Sie entsprechen der Vergütung für eine Rehabilitationsleistung ohne einrichtungsspezifische und konzeptionelle Besonderheiten.
Die Einrichtungsübergreifende Komponente (EÜK) besteht aus dem indikationsspezifischen Basissatz und ggf. vorliegenden vergütungsrelevanten Behandlungskonzepten der Stufe 1.
Was sind Bewertungsrelationen und wofür werden sie gebraucht?
Die Bewertungsrelationen setzen die indikationsspezifischen Basissätze – also die Reha-Indikationen (z.B. Orthopädie) und die Durchführungsart (z.B. stationär) - ins Verhältnis zum Basissatz. Die Bewertungsrelation von 1,0 entspricht dem Basissatz.
Welche Bestandteile des Vergütungssatzes werden automatisch mit der jährlichen Anpassung des Basissatzes durch den Richtwert angepasst?
Durch die jährliche Anpassung des Basissatzes werden fast alle weiteren Bestandteile der Vergütung automatisch an die allgemeinen Preis- und Kostenentwicklungen angepasst:
- Indikationsspezifische Basissätze je Durchführungsart
- Vergütungsrelevante Behandlungskonzepte der Stufe 1
- Tarifkomponente (soweit nicht neu verhandelt oder sich Änderungen ergeben)
- Struktur-, Innovations- und Nachhaltigkeitskomponente (soweit nicht neu verhandelt oder sich Änderungen ergeben)
Vergütungsrelevante Behandlungskonzepte
Müssen die Kosten für Vergütungsrelevante Behandlungskonzepte (VBK) der Stufe 1 im Meldebogen dargestellt werden?
Für die VBK der Stufe 1 (aktuell MBOR Stufe B, VOR, Post-COVID) ist keine Beantragung oder Geltendmachung über den Meldebogen erforderlich. Für diese Konzepte gibt es einheitliche Vergütungszuschläge, die am 4. November 2025 veröffentlicht wurden. Die bestehenden Zulassungen der MBOR-, VOR-, und Post-COVID-Fachabteilungen durch die Federführer bleiben bestehen, solange die erforderlichen Anforderungen erfüllt und die Leistungen erbracht werden.
Muss für bereits anerkannte Vergütungsrelevante Konzepte der Stufe 3 nochmals ein Nachweis vorgelegt werden?
Nein, es ist kein weiterer Nachweis notwendig, es reicht der Hinweis im Meldebogen, dass das VBK der Stufe 3 bereits anerkannt ist.
Einrichtungsspezifische Komponente
Warum fand eine Erhebung der Einrichtungsspezifischen Komponente im Jahr 2024 statt?
Die Erhebung der Einrichtungsspezifischen Komponente fand vom 2. April bis 14. Juni 2024 statt. Ziel der Erhebung war es, ökonomisch relevante und einrichtungsspezifische Besonderheiten unter allen Rehabilitationseinrichtungen zu ermitteln. Die wissenschaftliche Begleitung der Erhebung erfolgte durch das WIG2 Institut (Wissenschaftliches Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsforschung).
Die Erhebung hat ein breites Bild der in der Praxis vorliegenden Besonderheiten und den damit verbundenen Aufwendungen ergeben. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden unter anderem anerkennungsfähige Merkmale definiert, die in Verhandlungen geltend gemacht werden können. Des Weiteren konnten Annahmen für die Tarifkomponente empirisch validiert werden, mit deren Hilfe die Ausgestaltung der Tarifkomponente erfolgt ist. Auf Grundlage der Erhebung wurde zudem das Volumen der Struktur-, Innovations- und Nachhaltigkeitskomponente zur Bereinigung der Marktpreise bestimmt.
Wie und wann wurde die Einrichtungsspezifische Komponente erstmalig vereinbart?
Die Vergütung umfasst ab dem 1. Januar 2026 eine produktbezogene, Einrichtungsübergreifende Komponente (EÜK) sowie eine Einrichtungsspezifische Komponente (ESK). Die Deutsche Rentenversicherung hat dafür anerkennungsfähige Merkmale definiert, die im Rahmen von Verhandlungen geltend gemacht werden können.
Die Rehabilitationseinrichtungen konnten vom 17. März 2025 bis spätestens zum 30. Mai 2025 erstmalig ihre Merkmale über einen Meldebogen geltend machen. Der Meldebogen diente als Verhandlungsgrundlage für die Einrichtungsspezifische Komponente. Wurde kein Meldebogen eingereicht, konnten keine Sachverhalte im Rahmen der Einrichtungsspezifischen Komponente berücksichtigt werden. Die Rehabilitationseinrichtung erhielt in diesem Fall lediglich den indikations- und durchführungsartspezifischen Basissatz ohne einrichtungsspezifische Besonderheiten.
Ist die Einrichtungsspezifische Komponente begrenzt?
Eine Begrenzung der Einrichtungsspezifischen Komponente (ESK) ergibt sich aus der Festlegung von Kategorien, Merkmalen und Ausprägungen. Weiterhin gilt, dass der einrichtungsübergreifende, produktbezogene Teil (EÜK) grundsätzlich den einrichtungsspezifischen Teil (ESK) im Vergütungssatz überwiegt.
Gibt es eine Übersicht über die anerkennungsfähigen Merkmale der Einrichtungsspezifischen Komponente?
Die anerkennungsfähigen Merkmale der Einrichtungsspezifischen Komponente sind im Meldebogen aufgelistet. Der Meldebogen kann als PDF-Datei auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung heruntergeladen werden.
Im Meldebogen ist der Nettobetrag aus dem Vorjahr der Antragsstellung anzugeben. Was bedeutet das genau?
Damit ist nicht der steuerliche Nettobetrag gemeint, sondern es sind die Aufwendungen ohne Förderungen und Zuschüsse, aber inklusive Mehrwertsteuer anzugeben.
Wie wird der ESK-Zuschlag berechnet?
Die Berechnung der ESK-Tageswerte erfolgt anhand der Kapazität (Betten- bzw. Platzanzahl) der Einrichtung, einer pauschalen Auslastung sowie der Anzahl der Vergütungstage:
- Stationär: Anerkannte Kosten / (365 Tage x Reha-Bettenanzahl x 0,95 Auslastung)
- Ganztägig ambulant in ambulanten Zentren:
- 5 Tage/Woche: Anerkannte Kosten / (250 Tage x Reha-Plätze x 0,95 Auslastung)*
- 6 Tage/Woche: Anerkannte Kosten / (302 Tage x Reha-Plätze x 0,95 Auslastung)*
Weiterhin wird berücksichtigt, ob es sich nur um rentenversicherungslastige Aufwendungen handelt oder ob die Aufwendungen alle belegenden Leistungsträger betreffen. Es wird dafür die entsprechende Kapazität zugrunde gelegt. Für die rein rentenversicherungslastige Kapazität gilt die Festlegung in den Personalsollstellenplänen.
*Bei ganztägig ambulanter Rehabilitation wird eine Pauschale von 10 Feiertagen pro Jahr für die Berechnung der Vergütungstage abgezogen, da ganztägig ambulante Einrichtungen an Feiertagen geschlossen sind. Es handelt sich dabei um die Mindest-Anzahl an Feiertagen je Bundesland.
Wie werden ganztägig ambulante Leistungen in stationären Einrichtungen vergütet?
Der Vergütungssatz für ganztägig ambulante Leistungen in stationären Einrichtungen besteht aus dem indikationsspezifischen ganztägig ambulanten Basissatz plus ggf. einen Zuschlag für ein VBK der Stufe 1. Es werden bis auf den TI-Zuschlag keine ESK-Zuschläge gezahlt.
Warum wird eine 95%ige Auslastung bei der Berechnung der Einrichtungsspezifischen Komponente (ESK) zugrunde gelegt?
Die Berechnung der ESK erfolgt nicht auf Basis der tatsächlichen Auslastung (Ist-Belegung). Es wird pauschal eine 95%ige Auslastung für alle Einrichtungen angenommen. Hierdurch wird berücksichtigt, dass eine Vollauslastung nicht in jedem Fall möglich ist.
Strukturkomponente 1: Besondere standort- und lagebedingte Faktoren
Können die Kosten für Miete und Pacht im Rahmen der ESK geltend gemacht werden?
Aufwendungen für Miete und Pacht können geltend gemacht werden, wenn die Aufwendungen pro m² über dem im Meldebogen angegebenen bundesweiten Durchschnitt liegen. Bei der Fläche sind nur für die Rehabilitation relevante Räume zu berücksichtigen, Nebenräume (z.B. Lager-, Abstell-, Putz-, Technikräume, Garagen und Gartenanlagen) zählen nicht dazu.
Bei Personalwohnungen gilt weiterhin: Es können die Mehraufwendungen für die Vermietung von Personalwohnungen geltend gemacht werden, die aufgrund eines begrenzten öffentlichen Wohnangebots den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt werden. Bei diesen Personalwohnungen handelt es sich um Wohneigentum der Einrichtung.
Was sind Zwangsmitgliedschaften? Zählen BG, IHK oder GEMA zu den Zwangsmitgliedschaften dazu?
Mehraufwände, die aufgrund von Zwangsmitgliedschaften öffentlicher Vereinigungen entstehen und somit keine günstigeren, privaten Dienstleister zulassen, können entsprechend geltend gemacht werden. Berücksichtigungsfähig sind lediglich die entstehenden Mehrkosten, nicht die Gesamtkosten.
Eine Pflicht-Mitgliedschaft der genannten Institutionen zählt nicht dazu, da alle Einrichtungen davon betroffen sind und es somit keine einrichtungsspezifische Besonderheit darstellt.
Strukturkomponente 2: Leistungsspezifische Besonderheiten
Wo können die Kosten für Patientenverpflegung geltend gemacht werden?
Die normale Verpflegung ist Teil der Reha, besondere Kostformen sind unter „Gastronomie“ inkludiert. Bei darüberhinausgehenden Konzepten können diese Kosten im Rahmen der Nachhaltigkeitskomponente (z.B. Bio, regional) oder der VBK Stufe 3 geltend gemacht werden.
Welche Mehraufwendungen sind bereits im Basissatz enthalten und werden nicht über die ESK abgebildet?
Indikationsspezifische Basissätze setzen sich nicht aus einzelnen Kostenbestandteilen, wie z.B. Reinigung, Lebensmittel, Unterbringung etc. zusammen, sondern sind durchschnittliche Marktpreise je Indikation bereinigt um einrichtungsspezifische Besonderheiten und Konzepte. Viele Besonderheiten (z.B. notwendige unterschiedliche Reinigungsintervalle) werden über die unterschiedlich hohen indikationsspezifischen Basissätze bereits berücksichtigt.
Können Mehrkosten geltend gemacht werden, wenn eine ambulante Einrichtung Neuro-Phase C Patient*innen aufnimmt/behandelt?
Nein, diese Kosten werden über den Vergütungssatz für Phase C abgebildet, der i.d.R. mit der GKV vereinbart und von der RV übernommen wird.
Strukturkomponente 3: Besondere personelle oder ausstattungsbezogene Strukturen
Können Kosten für Fahrdienste geltend gemacht werden?
Es können nur die Personalkosten für die Koordination eines Fahrdienstes geltend gemacht werden. Hier sind explizit keine Fahrtkosten oder Kosten für die Fahrer*innen anzugeben.
Zählen zur Weiterbildung auch die Betreuung/Supervision/Ausbildung der Psycholog*innen für die Neuro-GNP?
Nein, es zählt nur die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten / psychologischen Psychotherapeutin, und hier nur der Anteil, der tatsächlich aufgewendet wird (20 % pro Weiterzubildenden, der wiederum im Stellenplan angerechnet wird).
Kann man in der Psychosomatik eine Zusatzqualifikation zum Kunsttherapeut / zur Kunsttherapeutin geltend machen?
Aufwendungen für Kunsttherapeut*innen können geltend gemacht werden, wenn diese Person über dem normalen und erfüllten Sollstellenplan vorhanden ist und die Leistung im Konzept verankert ist. Die Kosten für die Ausbildung zum Kunsttherapeuten / zur Kunsttherapeutin können nicht geltend gemacht werden.
Strukturkomponente 4: Besondere bauliche und ausstattungsbezogene Faktoren/Investitionen
Wie werden Investitionen im Rahmen der ESK berücksichtigt?
Die Berücksichtigung von Investitionen im neuen Vergütungssystem wurde im Rahmen der Evaluation weiterentwickelt und konsequent vereinfacht.
Demnach bilden zukünftig nicht mehr die Investitionskosten innerhalb der einzelnen ESK-Sachverhalte selbst, sondern die im Jahresabschluss ausgewiesenen Abschreibungen für bauliche und technische Anlagen, Kraftfahrzeuge sowie für bewegliche Güter einer Einrichtung insgesamt die Grundlage der Verhandlungen. Nach dem HGB handelt es sich hierbei um planmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen (1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken; 2. technische Anlagen und Maschinen; 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung).
Die bisher anerkannten Investitionskosten der vergangenen Verhandlungsrunde werden nur noch bis zum 31. Dezember 2026 als Bestandteil einzelner ESK-Merkmale berücksichtigt.
Ab dem 1. Januar 2027 gilt: Überschreiten die o.g. Abschreibungen einer Einrichtung einen festgelegten Sockelbetrag pro Bett und/oder Platz, können diese bis zu einer festgelegten Obergrenze über die ESK berücksichtigt werden. Diese Systematik folgt der Logik, dass der Sockelbetrag bereits grundlegende investive Aufwendungen darstellt, die mit dem Basissatz bereits abgedeckt sind und nur besondere, darüber hinausgehende, investive Aufwendungen in der ESK berücksichtigt werden können.
- Im stationären Bereich gilt pro Bett ein Sockelbetrag für Abschreibungen von 3.700 € und eine Obergrenze von grundsätzlich 7.400 €.
- Im ganztägig ambulanten Bereich gilt pro Platz ein Sockelbetrag für Abschreibungen von 2.000 € und eine Obergrenze von grundsätzlich 4.000 €.
Als Bezugsgröße für die Berechnung ist die Anzahl aller in Ihrer Einrichtung zur Verfügung stehenden Betten sowie Behandlungsplätze (inkl. Akut, Begleitpersonen, Geriatrie, Phase B etc.) anzugeben.
Bitte fügen Sie hier als Nachweis den Anlagespiegel bei (nicht relevante Positionen sind zu schwärzen).
Innovations- und Nachhaltigkeitskomponente
Was ist bei der Nachhaltigkeit vergütungsrelevant? Werden nur Zertifizierungskosten berücksichtigt oder werden solche Prozesse von Beginn an begleitet (z.B. für ein Transformationskonzept)?
Im Rahmen der Nachhaltigkeit können zwei Merkmale geltend gemacht werden: Einzelprojekte zur Förderung der Nachhaltigkeit mit Nachweis einer CO2-Reduzierung (z.B. Förderung der eMobilität) sowie Nachhaltigkeitszertifikate (z.B. ISO 14001, EMAS-Zertifikat, o. ä.).
Bei Zertifikaten können die Kosten für den Erwerb und die Erhaltung des Zertifikats berücksichtigt werden.
Können Kosten für Zertifizierungen wie z.B. Selbsthilfefreundliche Klinik, Rauchfreie Klinik oder Station Ernährung geltend gemacht werden?
Nein, es können nur Zertifizierungskosten im Rahmen der Nachhaltigkeit geltend gemacht werden.
Zählt die Umstellung auf LED-Beleuchtung zum Nachhaltigkeitsaspekt dazu?
Die Umstellung auf LED-Beleuchtung stellt heutzutage einen Standard dar, der den EU-Richtlinien zu Leuchtstofflampen aus dem Jahr 2023 entspricht. Aus diesem Grund stellt die Umstellung keine einrichtungsspezifische Besonderheit dar und ist nicht anerkennungsfähig.
Welche Mehraufwände für Lebensmittel durch besondere Konzepte oder kostenintensive Beschaffung (z.B. Bio, regional) können im Rahmen der Nachhaltigkeitskomponente geltend gemacht werden?
Hier handelt es sich um Konzepte zur Ernährung aller Rehabilitandinnen und Rehabilitanden in einer Einrichtung und den damit verbundenen Mehrkosten. Aufwendungen für eine besondere Verpflegung im Rahmen von Vergütungsrelevanten Behandlungskonzepten der Stufe 3 werden dort berücksichtigt.
Wie lange können Aufwendungen im Rahmen der Innovations- und Nachhaltigkeitskomponente berücksichtigt werden?
Aufwendungen im Rahmen der Innovations- und Nachhaltigkeitskomponente können bis zu 5 Jahre anerkannt werden. Eine Ausnahme bildet die Anerkennung von Mehrkosten für Lebensmittel, diese wird nach Ablauf von 5 Jahren überprüft und kann ggf. verlängert werden.
Tarifkomponente
Gibt es für die Kliniken eine Tarifvertragsverpflichtung? Viele Kliniken habe keine Tarifbindung.
Eine Verpflichtung zum Abschluss eines Tarifvertrags besteht nicht. Neben Tarifverträgen und Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen können Betriebsvereinbarungen und einzelvertragliche Vereinbarungen berücksichtigt werden, sofern diese Bezug auf sämtliche Inhalte eines Tarifvertrags in seiner aktuell gültigen Fassung nehmen. Für einzelvertragliche Vereinbarungen gilt, dass diese für die große Mehrheit der Beschäftigten (mindestens 87%) Geltung erlangen müssen.
Die Reha-Einrichtungen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können diesen Aspekt nicht für die einrichtungsspezifische Komponente geltend machen.
Was gilt bei Betriebsvereinbarungen und einzelvertragliche Vereinbarungen im Rahmen der Tarifkomponente?
Bei Betriebsvereinbarungen und einzelvertraglichen Vereinbarungen muss eine Bezugnahme auf sämtliche Inhalte eines aktuell gültigen Tarifvertrages nachgewiesen werden. Sollte Bezug auf einen reinen Entgelttarifvertrag genommen werden, müssen sämtliche Inhalte dieses Tarifvertrages Gültigkeit erlangen.
Bei einzelvertraglichen Regelungen müssen zudem 87 % (Richtgröße) der Verträge einen Bezug auf einen Tarifvertrag in seiner aktuell gültigen Fassung aufweisen.
Wie wird ein Tarifvertrag bewertet, der nicht alle Berufsgruppen der Einrichtung umfasst?
Es ist der Tarifvertrag anzugeben, der für die meisten Beschäftigten gilt. Wenn z.B. der TVöD und gleichzeitig der Tarifvertrag Marburger Bund für Ärztinnen und Ärzte Anwendung finden, reicht der Nachweis der Anwendung des TVöD aus.
Wenn eine Einrichtung ohne Tarifbindung oder -bezug in der Gehaltsstruktur annähernd die gleichen Kosten hat wie ein tarifgebundenes Haus, werden diese Kosten berücksichtigt?
Nein, neben Tarifverträgen und Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen können Betriebsvereinbarungen und einzelvertragliche Vereinbarungen berücksichtigt werden, sofern diese Bezug auf sämtliche Inhalte eines Tarifvertrags in seiner aktuell gültigen Fassung nehmen. Die Reha-Einrichtungen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können diesen Aspekt auch nicht für die einrichtungsspezifische Komponente geltend machen.
Können auch außertarifliche Vergütungsmodelle (ohne direkten Bezug auf einen Tarif) geltend gemacht werden?
Nein, das ist nicht möglich.
Wir sind derzeit in der Umstellung unserer Gehälter auf den TV-L, d.h. bei den Angaben zu den IST-Kosten 2025 sind noch nicht unsere Tarifgehälter abgebildet. Wie gehen wir damit um?
Eine Tarifbindung kann erst berücksichtigt werden, wenn diese tatsächlich vorliegt. Wenn eine Einrichtung unterjährig einen Tarifvertrag abschließt, muss der ESK-Meldebogen mit hochgerechneten bzw. Plan-Werten befüllt werden.
Welche wöchentliche Arbeitszeit bildet die Grundlage zur Ermittlung der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Rahmen der Erhebung für die Tarifkomponente?
Die im Tarifvertrag TVöD mit 39 Wochenstunden bildet die Grundlage: 1 VZÄ = 39 Wochenstunden.
Wie sind Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion definiert?
Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion umfassen Fachärzt*innen (exklusive leitender Oberärzt*innen) und Assistenzärzt*innen.
Wie ist der Umgang mit kleinen Einrichtungen, die keine Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion haben?
Bei kleinen Einrichtungen, die keine Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion haben, wird die Tarifstufe anhand der anderen drei erfragten Berufsgruppen (examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Physio-, Ergo- bzw. Suchttherapeut*innen und Psychologische Psychotherapeut*innen) gebildet. Es müssen im Meldebogen keine Angaben zu den Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion gemacht werden.
Inwiefern finden indikationsabhängige Unterschiede in Personalbedarf und -struktur Berücksichtigung in der Zuschlagslogik? Gibt es eine differenzierte Gewichtung je nach Reha-Schwerpunkt (orthopädisch, psychosomatisch, neurologisch, etc.)?
Der Tarifzuschlag bezieht sich auf den indikationsspezifischen Basissatz, um den unterschiedlichen Aufwänden in den verschiedenen Indikationen und Durchführungsarten Rechnung zu tragen.
Können bei der Abfrage der vier Berufsgruppen im Meldebogen auch weitere Professionen mit angegeben werden?
Nein, es können keine anderen Professionen angegeben werden. Für einen sachgerechten Vergleich ist es wichtig, dass die Berufsgruppen homogen sind und damit vergleichbar bleiben.
Dürfen Kosten für Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) in der jährlichen Entgeltsumme einbezogen werden, wenn die Stelle vorübergehend nicht anders besetzt werden konnte? Was ist mit Gestellungspersonal in Pflege und Therapie - Rotes Kreuz bzw. Ordensgemeinschaft?
Nein, diese Kosten dürfen nicht in die jährliche Entgeltsumme einbezogen werden.
Werden bei der Ermittlung der ESK die Ist-Belegungstage 2025 zugrunde gelegt oder die über den Personalsollstellenplan festgelegten Plätze?
Zur Ermittlung der Höhe der ESK wird zunächst der durch den Federführer anerkannte Betrag durch die gemeldete Reha-Kapazität der Einrichtung bei einer 95 % Auslastung geteilt. Der so ermittelte Tageswert wird in Relation zum Basissatz gesetzt. Hierdurch ergibt sich ein prozentualer Zuschlag.
Kann man die hohe Reha-Abbruch- Quote / Nicht-Antritts-Quote v.a. in der Psychosomatik geltend machen?
Nein, das kann nicht geltend gemacht werden.
Warum wird im Rahmen der ESK-Meldung 2026 die Höhe des Arbeitgeber-Anteils an der betrieblichen Altersvorsorge abgefragt?
Im Rahmen der Anpassung des neuen Vergütungssystems auf Basis der ersten Evaluation haben die Gremien der Deutschen Rentenversicherung beschlossen, dass die Zusammensetzung des Referenzwertes hinsichtlich des Einbezugs der betrieblichen Altersvorsorge überprüft werden soll. Es soll untersucht werden, ob hierdurch die Chancen, eine vergleichbare Tarifstufe zu erreichen, systematisch beeinflusst werden. Um für die Zukunft zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen, ist zunächst die Erhebung von weiteren Daten zum Volumen der betrieblichen Altersvorsorge erforderlich. Daher wird die Höhe des Arbeitgeber-Anteils an der betrieblichen Altersvorsorge zusätzlich im Rahmen der ESK-Meldung 2026 abgefragt. Für den Vergütungssatz 2027 ergeben sich daraus keine Auswirkungen.
Erstattungsfähige Sachverhalte
Wenn sich die Kurtaxe zum 01.01.2027 ändert (schriftlich bestätigt), wird trotzdem für 2027 nur der Betrag 2025 anerkannt?
Ja, die Abrechnung 2027 wird die Basis für die Berechnung des Zuschlags für 2029.
Kinder- und Jugendlichenrehabilitation
Wie wird die Kinder- und Jugendrehabilitation im neuen Vergütungssystem abgebildet?
Für die Kinder- und Jugendlichenrehabilitation wurden fünf Indikationen definiert, für die es indikationsspezifische Basissätze im neuen Vergütungssystem geben wird. Es handelt sich dabei um die Indikationen Pädiatrie, Pädiatrie Psychosomatik, Pädiatrie Kinderneurologie, Pädiatrie Sprach- und Sprechstörungen und Pädiatrie Abhängigkeitserkrankungen.
Weiterhin wurden zwei Vergütungsrelevante Behandlungskonzepte (VBK) der Stufe 1 sowie eine Begleitkomponente für Begleitpersonen definiert:
- VBK Stufe 1: Endokrinologie (KJRH)
- VBK Stufe 1: Mukoviszidose (KJRH)
- Begleitkomponente für Begleitpersonen
Für diese Konzepte sollen auf Grundlage eines Rahmenkonzeptes bzw. Mindestanforderungen jeweils einheitliche Zuschläge ermittelt werden. Diese Rahmenkonzepte bzw. Mindestanforderungen werden derzeit noch erstellt. Sobald diese erstellt sind - und somit auch die Voraussetzung für die VBK der Stufe 1 erfüllt sind - werden einheitliche Zuschläge ermittelt. Bis dahin erfolgt die Berücksichtigung über die Vergütungsrelevanten Behandlungskonzepte Stufe 3.
Begleitpersonen, die keine Therapie erhalten, werden weiterhin im Rahmen der Haushaltshilfe vergütet.
Wie werden Begleitpersonen im neuen Vergütungssystem abgebildet?
Die Vergütung von Begleitpersonen wird bis mindestens bis zum 31. Dezember 2026 wie bisher zwischen Federführer und Einrichtung verhandelt und abgerechnet.