Deutsche Rentenversicherung

Aktuelle Forschungsprojekte

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Das Dezernat Reha-Wissenschaften der Deutschen Rentenversicherung Bund fördert als Grundsatz- und Querschnittsaufgabe Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Rehabilitation. Wissenschaftliche Exzellenz und Nutzen für die Entwicklung der rehabilitativen Versorgungspraxis sind zentrale Kriterien für eine Förderung. Beantragte Fördermittel werden nach einem Prüfungs- und Bewilligungsverfahren in Form von Zuwendungen der Deutschen Rentenversicherung zur Förderung von Forschung zur Rehabilitation vergeben. Forschungsprojekte, die aktuell durch den Geschäftsbereich Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin außerhalb von Förder- und Forschungsschwerpunkten gefördert werden, finden Sie hier.

Aktuell geförderte Forschungsprojekte

April 2024 bis März 2027 - Berufsbezogene Gesundheitsrisiken und Leistungszugänge – Eine Mixed-Methods-Analyse zur Optimierung von Prävention und Rehabilitation

Prof. Dr. Christian Ebner, Technische Universität Braunschweig

Ziele/Fragestellungen

Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zur berufsgruppenspezifischen Optimierung des Reha-Systems herauszuarbeiten. Dazu wird erstens eine detaillierte Analyse berufsgruppenspezifischer Belastungen und Erkrankungen durchgeführt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zweitens werden die Möglichkeiten des Zugangs zu Reha- und Präventionsleistungen für besonders belastete Berufsgruppen untersucht und Optimierungsansätze in Form von Handlungsempfehlungen dokumentiert.

Methoden

Das Vorhaben ist als Mixed-Methods-Studie konzipiert und sieht eine quantitative und eine qualitative Teiluntersuchung vor. Eine Verknüpfung der Ergebnisse der beiden Teiluntersuchungen ist vorgesehen.

Im quantitativen Untersuchungsstrang erfolgt eine Sekundärdatenanalyse der Scientific Use Files der für Deutschland repräsentativen BIBB/BAuA Erwerbstätigenbefragungen 2012, 2018 und 2024. Daraus werden berufsspezifische Erkrankungs- und Belastungsprofile berechnet und entlang der Klassifikation der Berufe ausgewiesen. Zudem wird statistisch geprüft, wie stark der Beruf sich auf die jeweiligen Belastungen, Gesundheitsbeschwerden oder Arbeitsunfähigkeiten auswirkt.

In der qualitativen Untersuchung werden Zugangsbarrieren zu präventiven und rehabilitativen Leistungen in sechs Berufsgruppen untersucht, fünf davon hochbelastete (z.B. körperliche und psychische Belastungen) und eine Berufsgruppe mit relativ niedriger Belastung als Vergleichsgruppe. Mittels leitfadengestützter Interviews mit Mitarbeitenden und betrieblichen Akteurinnen und Akteuren werden Berufsgruppenporträts ausgearbeitet und Lösungsstrategien für entdeckte Problemstellungen entwickelt.

Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den erarbeiteten Handlungsempfehlungen in einem Abschlussworkshop diskutiert.

Das Projekt sieht eine Strategie zur Verbreitung der Projektergebnisse über Projektberichte, Fachveröffentlichungen, Vorträge, einen Open-Access-Berufsdatensatz sowie abgeleitete Handlungsempfehlungen vor.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Mit der differenzierten Analyse der drei Wellen der Erwerbstätigenbefragung wird eine wichtige Datenquelle für die Beantwortung rehabilitationswissenschaftlicher Fragestellungen erschlossen. Der Vergleich der Daten aus 2024 mit den Daten aus 2012 und 2018 kann zudem Erkenntnisse dazu liefern, ob und wenn ja, inwiefern sich Änderungen der beruflichen Belastungsprofile durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt (u.a. Homeoffice, Digitalisierung) ergeben haben.

Die Erkenntnisse des Projekts tragen weiterhin dazu bei, berufsgruppen- und branchenspezifische Ungleichheiten im Leistungszugang zu Präventions- und Rehabilitationsleistungen zu identifizieren. Sie können somit perspektivisch einen Beitrag dazu leisten, die Zugangsstrategien der Träger der Deutschen Rentenversicherung im betrieblichen Setting zu optimieren und damit die Erreichung des strategischen Ziels der Deutschen Rentenversicherung eines einfachen, barriere- und diskriminierungsfreien Zugangs zu Präventions- und Rehabilitationsleistungen unterstützen.

Die vorgesehene Bereitstellung der Daten als Open-Access, die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und das Publikationskonzept tragen zur Nachhaltigkeit der Projektergebnisse bei.

Oktober 2023 bis November 2025 - Return to Work in Zeiten der Corona-Pandemie (CORONA-RTW)

Dr. Christian Hetzel, Dr. Betje Schwarz – Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation iqpr GmbH

Ziele/Fragestellungen

Das Projekt widmet sich der Fragestellung, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf den Return to work (RTW) von Personen hatte, die im Zeitraum von März 2020 bis Dezember 2021 eine medizinische oder berufliche Rehabilitation der Rentenversicherung in Anspruch genommen haben.

Im Einzelnen wird untersucht, ob es in der Zeit der Pandemie zu veränderten RTW-Quoten und -verläufen nach einer medizinischen bzw. beruflichen Reha kam und ob sich diese je nach Leistungsart, Diagnosegruppe oder für besonders vulnerable Versichertengruppen anders darstellt. Weiterhin wird geprüft, durch welche Kontextfaktoren (wie z.B. pandemieinduzierte Entwicklungen am Arbeitsmarkt oder Änderungen in der Rehabilitandenstruktur) sich etwaige Unterschiede in RTW-Quoten und -verläufen erklären lassen. Das Projekt exploriert darüber hinaus Förderfaktoren und Barrieren eines erfolgreichen RTW in Pandemiezeiten um Strategien, die in der Reha und an der Schnittstelle zu Betrieben/Arbeitswelt zum Einsatz kamen und sich in der Praxis bewährt haben, zu identifizieren.

Methoden

Das Projekt ist als explorative Studie in einem Mixed-Methods-Design konzipiert. Neben quantitativen Analysen von administrativen Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung in Kombination mit Daten zu regionalen Arbeitsmärkten, Berufsgruppen und zum Pandemieverlauf werden qualitative Daten erhoben. Hierfür werden Interviews und Fokusgruppen mit ehemaligen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, Mitarbeitenden von Reha-Einrichtungen und Leistungsträgern sowie betrieblichen Akteurinnen und Akteuren durchgeführt. Ergänzend wird ein Scoping Review zum internationalen Forschungsstand vorgenommen. Die gewonnenen Ergebnisse werden abgeglichen, zusammengeführt und in Experten-Workshops diskutiert.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Das Projekt liefert zum einen bisher noch nicht untersuchte Befunde zum Einfluss der Corona-Pandemie auf das RTW-Geschehen nach einer Rehabilitation. Zum anderen geht der erwartbare Nutzen über die Bewältigung der Pandemiefolgen hinaus. Die Studie zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit der DRV beim RTW zu stärken und krisenhaften Situationen künftig mit noch besseren Voraussetzungen begegnen zu können. So geht es bei den zu erarbeitenden Handlungsempfehlungen weniger um operativ wirksame Maßnahmen zu Vorbeugung und Umgang mit Pandemien, sondern vielmehr um mögliche Resilienzfaktoren für künftige krisenfeste RTW-Strategien.

Kooperationspartner

DRV Rheinland

Juni 2023 bis Mai 2026 - Prospektive vergleichende Bewertung der Wirksamkeit von onkologischer Rehabilitation bei Rehabilitandinnen mit Brustkrebs (PoR-Studie)

Prof. Dr. med. Oliver Rick, Klinik Reinhardshöhe GmbH, Bad Wildungen

Ziele/Fragestellungen

Die onkologische Rehabilitation stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs dar und wird von etwa 70 % der Patientinnen in Anspruch genommen. Studien belegen bei Patientinnen, die eine Rehabilitation in Anspruch genommen haben, im Anschluss eine Verbesserung von Lebensqualität, Angst und Depression, kognitiven Funktionen, körperlicher Aktivität und Krankheitsbewältigung. Obwohl die onkologische Rehabilitation seit vielen Jahren gut etabliert ist, fehlt jedoch ein Wirksamkeitsnachweis im Vergleich zu Patientinnen, die keine Rehabilitation erhalten haben - insbesondere mit Blick auf die Teilhabe am Erwerbsleben.

Das Ziel der Studie ist daher die Bewertung der Wirksamkeit von onkologischen Rehabilitationsleistungen im Hinblick auf die Lebensqualität und die Teilhabe am Erwerbsleben bei Rehabilitandinnen mit Brustkrebs. Dafür werden Patientinnen, die eine Rehabilitation absolviert haben, mit Patientinnen verglichen, die aus freier Entscheidung von einer Rehabilitation absehen.

Methoden

Es handelt sich um eine prospektive, multizentrische, nicht-randomisierte Kohortenstudie. Patientinnen nach abgeschlossener Primärtherapie sollen in vier Strahlentherapiezentren rekrutiert und zwei Wochen, sechs und zwölf Monate nach Ende der Strahlentherapie schriftlich befragt werden. Unter anderem sollen Angaben zur Reha-Inanspruchnahme, subjektiven Lebensqualität, zum körperlichen Zustand und Sozialstatus sowie zur Teilhabe am Erwerbsleben erhoben und miteinander verglichen werden. Dadurch lässt sich ermitteln, ob die Inanspruchnahme einer onkologische Rehabilitation ein prognostischer Faktor für eine verbesserte Lebensqualität und eine verbesserte Teilhabe am Erwerbsleben ist.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Evidenzbasierung und Wirksamkeit sind relevante Kriterien zur Beurteilung der medizinischen Rehabilitation. Bei einem positiven Beleg der Wirksamkeit ergibt sich eine Verbesserung des Stellenwertes der onkologischen Rehabilitation z.B. bei der Berücksichtigung in medizinischen Leitlinien oder auch hinsichtlich der Akzeptanz bei Ärztinnen und Ärzten oder Sozialdiensten, was eine höhere Inanspruchnahme begünstigen kann.

Oktober 2022 bis September 2024 - Praxisempfehlungen für die Optimierung der Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation (PRO-BT)

Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Gorden Sudeck, Universität Tübingen
Dr. Wolfgang Geidl, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Ziele/Fragestellungen

Körperlich inaktive Verhaltensweisen sind insbesondere bei Menschen mit nicht-übertragbaren Erkrankungen weit verbreitet. Eine Bestandaufnahme der Bewegungstherapie in Deutschland (BewegTheReha-Projekt) hat deutlichen Handlungsbedarf zur Verbesserung von Voraussetzungen für die Realisierung einer bewegungsförderlichen Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation aufgezeigt.
Das Projekt PRO-BT zielt auf die Erarbeitung von Praxisempfehlungen für die Optimierung der Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation. Forschungsmethodisch liegt ein Fokus auf einem partizipativen, transdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsansatz, der die Perspektive der Bewegungstherapeut*innen und weiterer Akteur*innen des Reha-Teams von vorneherein einbezieht.
Die erarbeiteten Praxisempfehlungen sollen dem Reha-Team und insbesondere den Bewegungstherapeut*innen Entscheidungshilfen bei der Planung, Umsetzung und Evaluation einer bewegungsförderlichen Bewegungstherapie geben. Die konsentierten Praxisempfehlungen sollen allen Akteur*innen in der medizinischen Rehabilitation frei zur Verfügung stehen. Die Dissemination und Implementierung der Praxisempfehlungen soll perspektivisch mit optimalen Informations- und Begleitangeboten aus der Rehaforschung versehen werden. Zu diesem Zweck wird zusätzlich eine Bedarfsanalyse für die Unterstützung der Verbreitung und Nutzung der Praxisempfehlungen realisiert.

Methoden

Systematische Literaturrecherchen; Partizipative Erarbeitung und Konsentierung inkl. Konsultationsverfahren; Systematische partizipative Konzeptualisierung, Online-Fragebogenerhebung

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Durch die Entwicklung von evidenzbasierten, konsentierten Praxisempfehlungen wird ein Mangel an gut zugänglichen, inhaltlichen Orientierungspunkten für eine systematische Qualitätsentwicklung für die bewegungstherapeutische Praxis erstmals aufgegriffen. Um die Ausgangsbedingungen für die effektivere Dissemination und Implementierung der Praxisempfehlungen zu ermitteln, erfolgt die partizipative Entwicklung sowie Durchführung einer Bedarfsanalyse für digitale Unterstützungsmöglichkeiten (Online-Portal).

April 2022 bis Dezember 2026 - Entwicklung und Evaluation einer MBOR-AHB in der orthopädischen Rehabilitation der Rentenversicherung (MBOR-AHB-Studie)

Dr. Udo Kaiser, Dr. Wolfgang Bürger, Dr. Rüdiger Nübling - Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen – GfQG, Karlsruhe; forschung und beratung im Gesundheitswesen – fbg, Karlsruhe 
Kooperationspartner: Salinenklinik Bad Rappenau, Rehaklinik Bad Boll, SRH Gesundheitszentrum Dobel

Ziele/Fragestellungen

Die zentrale Zielsetzung des Forschungsvorhabens beinhaltet die Frage, ob auch Rehabilitandinnen und Rehabilitanden einer Anschlussrehabilitation (AHB) mit einer besonderen beruflichen Problemlage (BBPL) von einer Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitationsmaßnahme (MBOR) profitieren können, wenn der gesamte Reha-Prozess und die MBOR-Intervention auf die Bedarfe der Zielgruppe und die Spezifika des Verfahrens ausgerichtet sind. Wesentliche Fragestellungen des Projekts betreffen die Abschätzung des MBOR-Bedarfs in der AHB und die Wirksamkeit einer spezifisch auf die Zielgruppe (AHB Rehabilitanden mit BBPL) zugeschnittenen MBOR-AHB.

Methoden

Die Studie ist dreiphasig mit einem Mixed-Methods-Design konzipiert: Phase I (Erhebung Ist-Zustand AHB-MBOR_alt) und III (Überprüfung Effekte Vergleich AHB-MBOR_neu vs. _alt) sind als multizentrische, quasi-experimentelle, kontrollierte Interventionsstudie (Längsschnitt, 3 Messzeitpunkte) mit einer Interventionsgruppe (IVG) und einer Kontrollgruppe (KG) konzipiert. Phase II (Entwicklung AHB-MBOR_neu) wird als explorative, qualitative Studie auf der Basis von Expertengesprächen und Interviews realisiert. Sowohl bei der Analyse des IST (AHB-MBOR_alt) als auch bei der Entwicklung des SOLL (AHB-MBOR_neu) folgt die Methodik einer multiperspektivischen (Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, Mitarbeitende, KTL-Leistungsdaten) und multidimensionalen Betrachtung (quantitativ, qualitativ). Die Durchführung ist in drei Einrichtungen der orthopädischen Rehabilitation geplant. Die Datenanalyse umfasst deskriptive sowie inferenzstatistische Berechnungen.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Mit dem Projekt soll ein MBOR-Konzept im Bereich der AHB in der orthopädischen Rehabilitation entwickelt, implementiert und in Bezug auf die Wirksamkeit evaluiert werden. Die Ergebnisse sollen das MBOR-AP in Richtung AHB schärfen und der Fachöffentlichkeit, den Kostenträgern und insbesondere den Rehabilitationskliniken in Form eines Manuals / Schulungskonzeptes zur Verfügung gestellt werden. Publikationen / Vorträge sollen den Transfer der Ergebnisse in die Rehabilitationspraxis zusätzlich unterstützen.

Juli 2021 bis Dezember 2025 - Arbeit und Erwerbsteilhabe im Generationenvergleich – eine Untersuchung mit der lidA-Kohortenstudie

Prof. Dr. med. Hans Martin Hasselhorn, Fachgebiet Arbeitswissenschaft, Bergische Universität Wuppertal

Ziele/Fragestellung

Seit 2011 untersucht die lidA-Studie (www.lida-studie.de) die zweite Hälfte des Erwerbslebens und den (oft langen) Übergang von der Arbeit in den Ruhestand. Mit drei erfolgten Studienwellen liegt bereits ein wertvoller Pool von Längsschnittdaten zur Thematik vor.

Folgende Schwerpunkte sind Gegenstand des Projekts:

  1. Rehabilitation: Differenzierte Untersuchung von Determinanten, Bedarfen und Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation. Inanspruchnahme von Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation.
  2. Rückkehr in Arbeit: Differenzierte Untersuchung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) sowie betrieblicher Maßnahmen zum Erhalt von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit.
  3. Bekanntheit, Bedarf und Inanspruchnahme von Präventionsangeboten.

Methoden

Die geplante Befragung der 4. Welle soll im Sommer 2022 deutschlandweit an insgesamt 6.000 Erwerbstätigen der Geburtsjahrgänge 1959 und 1965 sowie ggf. 1971 mittels persönlichem Interview zu Hause stattfinden. Weitere Datenquellen sind Prozessdaten der Beschäftigung (Bundesagentur für Arbeit) sowie der Rentenversicherung.

lidA bietet ein großes Potenzial für die wissenschaftlich hochwertige Untersuchung der hier skizzierten Fragen in der älteren sozialversicherungspflichtigen Erwerbsbevölkerung. Zum Zeit-punkt der Befragungswelle 4 (2022) werden die Teilnehmenden 57 und 63 Jahre alt sein. Damit repräsentieren sie eine Altersgruppe mit hoher Morbidität, umfangreicher Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen und einer nun salient werdenden Frage des Erwerbsaustritts. Da geplant ist, die lidA-Studie auch über Wellen 5 (2025) und 6 (2028) fortzuführen, ergibt sich die Perspektive von Längsschnittanalysen mit besonderem wissenschaftlichen und sozialpolitischen Wert für die zu bearbeitenden Fragestellungen.

Geplante statistische Analyseverfahren sind je nach Fragestellung u.a. multiple Regressionsmodelle, Hierarchische Modelle, Proportional-Hazard Regressionen, Strukturgleichungsmodelle.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Die Ergebnisse liefern ein detailliertes Bild von Bedarf und Inanspruchnahme
• von Rehabilitationsleistungen sowie
• von weiteren Maßnahmen der Wiedereingliederung
bei der älter werdenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der BRD.

Dezember 2020 bis Dezember 2024 – Determinanten der Teilhabe am Arbeitsleben bei Multipler Sklerose (TAMuS)

Prof. Dr. Michael Sailer, An-Institut für Neurorehabilitation der OVGU Magdeburg & MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg
Alexander Stahmann, MS Forschungs- und Projektentwicklung-gGmbH, Hannover

Ziele/Fragestellungen

Im Rahmen der Studie sollen Determinanten der Teilhabe am Arbeitsleben bei Patienten Multipler Sklerose (MS) exploriert und Cluster potenzieller Einflussfaktoren identifiziert werden. Aufgrund der großen Variabilität und dem nur schwer vorhersagbaren Verlauf von MS ergeben sich zahlreiche Einflussgrößen, die sich negativ auf die Erwerbsfähigkeit der Betroffenen auswirken und zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führen können. Das Wissen um diese Einflussfaktoren ist essentiell, um geeignete Interventionen sowohl ableiten als auch vorhalten zu können. Dabei ist der Verbleib der Patienten im Erwerbsleben sowohl für die Patienten selbst als auch für das Gesundheitssystem von großer Bedeutung.

Methoden

Bei der Studie handelt es sich um eine Längsschnittuntersuchung mit Primär- und Sekundärdatenanalyse: Neben der Nutzung von MS-Registerdaten (Sekundärdaten) und der schriftlichen Befragung von Betroffenen (Primärdaten) ist eine weitere Besonderheit die Einbindung Betroffener in einem Projektbeirat mit Diskussion der Teilschritte und Ergebnisse des Projektes.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Teilhabechancen von MS- Betroffenen am Arbeitsleben. Auf der Grundlage einer großen Datenbasis, bestehend aus Primär- und Sekundärdaten, werden sowohl objektive als auch subjektive Einflussfaktoren der Teilhabe am Arbeitsleben identifiziert. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse können eine Perspektive für Gestaltungsmöglichkeiten und einen Rahmen zur Abschätzung der Wirksamkeit medizinisch und beruflich orientierten Rehabilitationsleistungen geben. Des Weiteren werden bei den erwerbstätigen MS Patienten die Bedingungen und Probleme am Arbeitsplatz analysiert, um zukünftige Anpassungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Dezember 2020 bis Februar 2023 - Sozialmedizinisches Curriculum für die Tätigkeit als medizinischer Sachverständiger im Bereich der Gesetzlichen Rentenversicherung (SoCuMed)

Prof. Dr. Heiner Vogel,  Arbeitsbereich Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Würzburg

Ziel und Gegenstand des Projekts

Mit dem Projekt soll ein einheitliches Curriculum zur Kompetenzentwicklung in der sozialmedizinischen Begutachtung für die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung entwickelt und erprobt werden. Adressaten sind Gutachter, Prüfärztinnen und Prüfärzte sowie Beratungsärztinnen und Beratungsärzte der Träger.

Als zentrale Ziele verfolgt das Projekt

  1. die Zusammenstellung und Systematisierung der derzeitigen Vorgehensweisen bei der Kompetenzentwicklung innerhalb der sozialmedizinischen Dienste der Rentenversicherungsträger;
  2. die Entwicklung eines einheitlichen Curriculums für die o. a. Adressaten als Blended-Learning-Format und
  3. die Erprobung des Curriculums sowie die Ableitung von Empfehlungen zur Umsetzung in der Praxis.

Projektablauf

Das Projekt gliedert sich in drei Arbeitspakete, die sich jeweils an den genannten Projektzielen orientieren:

IST-Analyse (Arbeitspaket 1)

In diesem Arbeitspaket wird erhoben, welche die Kompetenzen und Fertigkeiten zur Erstellung sozialmedizinischer Gutachten in den Sozialmedizinischen Akademien (Lehrgänge Sozialmedizin) vermittelt werden und in welcher Form dies erfolgt. Des Weiteren wird die gegenwärtige Einarbeitungspraxis für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei
den Rentenversicherungsträgern ermittelt.

Als Methode werden halbstrukturierte Interviews (telefonisch oder videobasiert) durchgeführt und aktuelle Ausbildungsinhalte und -methoden abgefragt. Bislang eingesetzte Lehr- und Lernmaterialien werden katalogisiert und geordnet. Die Inhalte werden analysiert und themenkodiert.

Entwicklung des Curriculums (Arbeitspaket 2)

Mit dem Arbeitspaket 2 beginnt die Entwicklung des Curriculums. Am Anfang steht eine Bedarfsabfrage zu Inhalt und Umfang des Curriculums, die auf den Ergebnissen des Arbeitspakets 1 basiert. Über einen Fragebogen werden sowohl neue als auch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt. In Experteninterviews (telefonisch oder videobasiert) werden mögliche Inhaltsbereiche abgefragt. Durch Expertenworkshops (voraussichtlich per Videokonferenz) werden die Lerninhalte thematisch bestimmt, Lernziele definiert und die einzusetzenden Lehr- und Lernmethoden festgelegt. Das Curriculum wird in einem abschließenden virtuellen Workshop
konsentiert und schriftlich ausgearbeitet.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtig geltenden Einschränkung aufgrund der COVID-19-Pandemie soll ein Blended Learning-Format als didaktisches Format entwickelt werden, d h. eine Kopplung von digitalen/Online-Bestandteilen und Präsenzelementen. Welche Lerninhalte und Methoden sich für eine digitale Vermittlung eignen oder eine
Präsenz erfordern, soll im Rahmen des Expertenworkshops festgestellt werden.

Erprobung des Curriculums (Arbeitspaket 3)

Im Arbeitspaket 3 wird das Curriculum erprobt und formativ evaluiert. Dabei soll auch das Blended Learning-Format auf seine Umsetzbarkeit und Akzeptanz hin untersucht werden. Zielgruppe sind neue ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenversicherungsträger. Die formative Evaluation erfolgt anhand einer Online-Befragung der Teilnehmenden und Dozierenden. U. a. sollen folgende Aspekte in die Befragung einbezogen werden: Verständlichkeit, Praxisbezug und Relevanz der Inhalte, Machbarkeit des Blended Learning Formats.

Dezember 2020 bis Mai 2024 - Medizinische Rehabilitation nach einer Corona-Erkrankung (Re_Co)

Prof. Dr. Ruth Deck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Universität zu Lübeck
Dr. Jördis Frommhold, Median-Klinik Heiligendamm

Untersuchungsziel

Ziel des Projekts ist es, die Krankheitslast und die Krankheitsfolgen von Patienten nach einer Covid-19-Erkrankung und deren Veränderungen durch eine medizinische Rehabilitation zu beschreiben, um daraus Handlungsempfehlungen für die Rehabilitation einschließlich ggf. erforderlicher Nachsorgestrategien abzuleiten.

Forschungsdesign und Methodik

An der Studie beteiligen sich insgesamt fünf Reha-Einrichtungen, wobei eine Vergleichsgruppe von COPD- und Asthma bronchiale-Patienten mit einem ähnlichen Altersspektrum rekrutiert wird, um die Befunde für die Covid-19-Patienten besser einordnen zu können. Es werden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden eingesetzt.

Der quantitative Studienarm ist als Längsschnittstudie mit vier Messzeitpunkten (Reha-Beginn=t0, Reha-Ende=t1, 6 Monate=t2 und 12 Monate=t3 nach Entlassung) konzipiert. Die Messung der Outcomes (u.a. Lebensqualität, Leistungsfähigkeit, berufliche Situation) erfolgt durch einen eigens entwickelten MCR-Score (Messung von somatischen, stressassoziierten psychomentalen Einschränkungen, Corona-assoziierten Life-Events) und mit einem standardisierten schriftlichen Fragebogen. Für die Covid-19-Gruppe werden ca. 400 Patienten rekrutiert, für die Vergleichsgruppe 150 Patienten. Als Rekrutierungszeitraum sind 12 Monate vorgesehen.

Im qualitativen Studienarm sind insgesamt 32 Interviews mit Rehabilitanden nach überstandener Corona-Erkrankung sowie mit Rehabilitanden der Vergleichsgruppe geplant. Die leitfadengestützten Interviews werden am Ende der Rehabilitation sowie 6 und 12 Monate nach Reha-Ende telefonisch geführt. Thematisch geht es bei den Interviews zum einen um subjektiv empfundenen Reha-Bedarf, Zugang zur Reha und weitere Fragen zur Machbarkeit und Akzeptanz der Rehabilitation. Zum anderen sollen die Rehabilitanden die Inhalte der Rehabilitation bewerten: Wie zufrieden sind sie generell mit der Rehabilitation und wie schätzen sie die einzelnen therapeutischen Einheiten ein? Darüber hinaus stehen soziale und berufliche Teilhabestörungen der Rehabilitanden und deren Veränderungen im zeitlichen Verlauf im Fokus der qualitativen Untersuchungen. Ein weiteres wichtiges Thema, das in den Interviews aufgegriffen werden soll, ist die Rehabilitationsnachsorge.

In einem abschließenden Workshop mit Experten aus Wissenschaft und Praxis sollen auf dieser Grundlage konkrete Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung der Rehabilitation bei Covid-19-Patienten abgeleitet werden.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Das Projekt verfolgt einen umfassenden multizentrischen Forschungsansatz und kombiniert qualitative und quantitative Methoden. Damit wird es möglich sein, die Krankheitsfolgen und potenzielle Teilhabeeinschränkungen von Patienten nach einer Covid-19-Erkrankung detailliert zu beschreiben. Die Gegenüberstellung einer Vergleichsgruppe mit COPD- und Asthma-Patienten ermöglicht die Bewertung von Unterschieden hinsichtlich der Belastungen, des Verlaufs, der Rehabilitation insgesamt sowie der Behandlungsergebnisse. Das Vorhaben schließt damit eine Forschungslücke, da aufgrund der Aktualität der SARS-CoV-2-Pandemie dazu nur sehr wenig wissenschaftliche Evidenz vorliegt, das Krankheitsbild jedoch längerfristig bestehen bleiben wird. Zudem können konkrete Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung der Rehabilitation abgeleitet werden.

Oktober 2020 bis März 2023 - Medizinische Rehabilitation in Zeiten von SARS-CoV-2. Eine Mixed-Method-Studie zu Herausforderungen und Bewältigungsstrategien aus intersektionaler Multi-Stakeholder-Perspektive (ReCoVer)

Prof. Dr. Patrick Brzoska, Fakultät für Gesundheit/Department für Humanmedizin, Universität Witten/Herdecke

Untersuchungsziel

Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung von Leitlinien und Empfehlungen, wie die medizinische rehabilitative Versorgung während und nach Pandemien und anderen Public-Health-Krisen bestmöglich aufrechterhalten werden kann. Für die Erstellung eines Handlungskatalogs ist ein Konsentierungsprozess mit allen relevanten Stakeholdern vorgesehen. Dafür sollen erstens die Strategien von Reha-Einrichtungen bzw. ihrer Mitarbeiter*innen zur Bewältigung der Pandemie auf individueller und organisationaler Ebene erfasst werden. Zweitens sollen Erwartungen und Einstellungen (potentieller) Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie deren Erfahrungen vor, während und nach der rehabilitativen Versorgung im Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie ermittelt werden.

Forschungsdesign und Methodik

Zur Bearbeitung der Fragestellungen wurde ein Mixed-Method-Design gewählt, das qualitative und quantitative Forschungsansätze kombiniert. Im Einzelnen sind dies:

A) eine systematische Analyse („Scoping-Review“) vorliegender nationaler und internationaler Leitlinien/Empfehlungen für Gesundheitseinrichtungen zum Umgang mit Pandemien und anderen Public-Health-Krisen,
B) eine Dokumentenanalyse der Internetseiten von Einrichtungen medizinischer Rehabilitation,
C) qualitative Einzelinterviews mit 16-20 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden und 24-30 (potenziellen) Reha-Antragsteller*innen, die über Reha-Einrichtungen und Hausarzt-Praxen rekrutiert werden sollen,
D) eine Online-Befragung von Einrichtungen ambulanter und stationärer medizinischer Rehabilitation (N=1.707) sowie
E) qualitative Einzelinterviews mit 8-10 Mitarbeiter*innen ausgewählter Einrichtungen.

Die Daten aus den Forschungsansätzen A-E werden anschließend zusammengeführt und die Erkenntnisse daraus in einem Diskussionszirkel mit Rehabilitanden*innen und Experten*innen aus dem Bereich rehabilitativer Versorgung sowie aus dem Bereich Ethik diskutiert. Final wird ein Handlungskatalog erarbeitet, in dem Good-Practice-Ansätze konzeptualisiert und Empfehlungen zur Bewältigung der pandemiebedingten Herausforderungen gegeben werden.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Die geplante Entwicklung eines Handlungskatalogs, der die Perspektiven aller an der medizinischen Rehabilitation beteiligten Akteure einbezieht, ist für Reha-Einrichtungen von großem Nutzen, um künftige Pandemien und andere Public-Health-Krisen bewältigen zu können. Neben einer gedruckten Version wird das Handbuch auch in einer Online-Version zur Verfügung gestellt und den Akteuren in der Rehabilitation zugänglich gemacht.

Oktober 2020 bis Dezember 2023 - KomBi-EMR – Kontextfaktoren der ICF in der sozialmedizinischen Begutachtung im Rahmen der Erwerbsminderungsrente bei muskuloskeletalen Erkrankungen

Prof. Dr. med. Christoph Gutenbrunner, Klinik für Rehabilitationsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover

Nähere Informationen folgen.

Juni 2019 bis Mai 2024 - Gesamtevaluation der Modellprojekte zum Ü-45-Checkup nach § 14 Abs. 3 SGB VI

Prof. Dr. Eva Bitzer, Pädagogische Hochschule Freiburg

Ziele/Fragestellungen

Im Kontext der Ausgestaltung der Leistungen im Rahmen des Flexirentengesetzes (§ 14 Abs. 3 Satz 2 SGB VI) werden von den Rentenversicherungsträgern unterschiedliche Wege erprobt, um berufsbezogene Probleme durch Screeninguntersuchungen für Menschen über 45 Jahre frühzeitig zu erkennen. Die Rentenversicherungsträger haben deshalb eine Vielzahl von Modellprojekten mit unterschiedlichen Strategien hinsichtlich Zugangsweg, Art und Ausmaß der Untersuchung, Zielgruppen auf den Weg gebracht. Nach Abschluss der Projekte muss geklärt werden, ob und wie der Ü45-Check in die Routine überführt werden soll. Hierzu wird neben der Evaluation der Einzelprojekte auch eine Evaluation über alle Modellprojekte hinweg durchgeführt werden. Dafür wurde dieses Forschungsprojekt konzipiert.

Untersuchungsziel

Vergleichende Bewertung von Strategien zur Identifikation von DRV-Versicherten mit erhöhtem Risiko für erwerbsbezogene Teilhabestörungen:

  1. Deskription der Modellstrategien (MS);
  2. Akzeptanz der MS aus Sicht aller Prozessbeteiligten (Versicherte, RV-Träger, ggf. weitere Akteure);
  3. Prädiktiver Wert & Effektivität der MS;
  4. Ressourcenverbrauch

Projektdauer

36 Monate, mittelfristiges Follow-up nach 60 und ggf. 120 Monaten

Studientyp/Studiendesign

1. und 2. einmalige querschnittliche Erhebungen
3. prospektive quasi-experimentelle Kohortenstudie(n)
4. gesundheitsökonomische Betrachtung

Methodische Vorgehensweise

  1. Teilstandardisierte Erfassung zentraler Merkmale der MS;
  2. quantitative & qualitative Erhebungsmethoden;
  3. Matching von Interventionsgruppe(n) und Kontrollgruppen (z. B. über propensity score) und längsschnittliche Beobachtung;
  4. Monetarisierung der Ressourcenverbräuche

Datenbasis

  1. Primärdaten,
  2. standardisierte Versichertenbefragung, teilstandardisierte Befragungen;
  3. Falldokumentation und RV-Prozessdaten der Jahre 2016 bis 2019 (ggf. für das Follow up bis 2022 und 2027);
  4. Daten aus 1. und 3. und Monetarisierung

Stichprobe / Ein- und Ausschlusskriterien

Interventionsgruppe: Zielgruppen und Stichprobenumfang nach Maßgabe der Modellprojekte

Stichprobengröße

  1. ca. n=6 bis 10 Modellprojekte;
  2. max. n=200 Versicherte pro Modellprojekt, Vertreter möglichst aller an einer MS beteiligten professionellen Akteure;
  3. möglichst alle im jeweiligen Modellprojekt adressierten Versicherten und im Verhältnis 1:1 Kontrollgruppe

Datenanalyse

Zielgrößen: 1., 2. & 4. deskriptive & multivariable Analysen, qualitative Inhaltsanalyse
3. z. B. in Anspruch genommene Reha-Maßnahmen, EMRQuote, Tage bis EMR, Analyseverfahren; je Zielgröße und Modellvorhaben u.a. logistische und Cox-Regression, ANCOVA; Intention-to-treat Analyse

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Belastbare Aussagen zur Effektivität und Effizienz der in den Modellvorhaben verwendeten Strategien zur Identifikation von DRV-Versicherten mit erhöhtem Risiko für Teilhabestörungen.

Januar 2019 bis Juli 2024 - Übersetzung und Anpassung des Work Disability Functional Assessment Battery WD-FAB-Instruments in die deutsche Sprache und psychometrische Validierung zur Entwicklung eines computeradaptiven Testsystems (CAT) (WD-FAB-DE)

Prof. Dr. Thomas Kohlmann, Abt. Methoden der Community Medicine, Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald

Ziel und Fragestellung des Projekts

Bei der Bewertung des erwerbsbezogenen Leistungsvermögens handelt es sich um einen komplexen Prozess, in dem Informationen aus dem Bereich der medizinischen Befunde sowie der persönlichen und der arbeitsplatzbezogenen Kontextfaktoren berücksichtigt werden müssen. Angaben der Versicherten zu ihrer subjektiv eingeschätzten Leistungsfähigkeit können in diesem Bewertungsprozess wichtige Zusatzinformationen bereitstellen. Die US-amerikanische Social Security Administration ist eine nach dem Leistungsspektrum mit der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland vergleichbare Einrichtung. In deren Auftrag wurde ein Befragungsinstrument entwickelt, mit dem die erwerbsbezogene Funktionsfähigkeit von Rentenantragstellern aus der Sicht der Versicherten erfasst werden kann. Das Instrument mit der Bezeichnung „Work Disability Functional Assessment Battery WD-FAB“ (deutsch etwa: Inventar zur Messung der erwerbsbezogenen Funktionsfähigkeit) besteht aus über 300 Fragen zu den Bereichen der körperlichen Funktionsfähigkeit (u. a. Mobilität, Funktionen der oberen Extremitäten und Feinmotorik) und der psychosozialen Gesundheit (u. a. Stimmung und Emotionen, Kommunikationsfähigkeit und kognitive Funktionen, Selbstregulierung) und hat damit den Anspruch, ein sehr breites Spektrum von Funktionseinschränkungen abbilden zu können.

Mit dem beantragten Forschungsvorhaben werden zwei aufeinander aufbauende Ziele verfolgt.
Analog dazu ist das Projekt in zwei Phasen gegliedert:

  1. In der ersten Projektphase erfolgt die sprachliche Übersetzung und ggf. Anpassung der in der WD-FAB-Itembank enthaltenen standardisierten Fragen und Antwortvorgaben ins Deutsche. Ziel ist hier die Erstellung einer qualitativ hochwertigen, den internationalen Standards genügenden Übersetzung.
  2. Die zweite Projektphase hat das Ziel, wichtige statistische Kennwerte zu bestimmen, die einerseits die allgemeinen methodischen Eigenschaften der übersetzen Fragen beschreiben und andererseits für die Entwicklung des computeradaptiven Testsystems erforderlich sind. Die Datenerhebungen in dieser Phase sollen an hinreichend großen Stichproben von Rentenantragstellern und Versicherten in der medizinischen Rehabilitation durchgeführt werden.

Methode

Es wird eine zweiphasige Studie durchgeführt.

Phase 1: Die Übersetzung und Adaption der Fragen erfolgt gemäß internationaler Empfehlungen in unabhängigen Vorwärts- und Rückwärtsübersetzungen, an die sich eine Überprüfung der Praktikabilität und Verständlichkeit der übersetzten Fragen (Felderprobung) anschließt.
Phase 2: An ausreichend großen Stichproben werden die methodischen Eigenschaften der übersetzten Fragen bestimmt und die für die Entwicklung eines computeradaptiven Tests benötigten psychometrischen Kennwerte berechnet.

November 2018 bis Januar 2023 - Nicht-organische Schlafstörungen: Indikatives Paket für stationäre psychosomatische Rehabilitation

Prof. Dr. Andrea Kübler, Universität Würzburg, Lehrstuhl für Psychologie I, Interventionspsychologie

Ziele/Fragestellung

RehabilitandInnen verschiedener Indikationen berichten häufig von Schlafbeschwerden, die in engem Zusammenhang mit psychischen Ursachen stehen. Diese schränken sie z. T. stark in täglicher Aktivität und (beruflicher) Teilhabe ein. Darüber hinaus können Schlafstörungen auch bedeutender Risikofaktor für die Ausprägung und den Verlauf psychischer Störungen sein. Bislang mangelt es jedoch noch an systematischen Umsetzungen schlaftherapeutischer Ansätze in der klinischen Reha-Praxis. Fragestellung ist, ob sich Schlafstörungen während der stationären Rehabilitation durch ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Interventionsprogramm so wirkungsvoll vermindern lassen, dass sich auch die Symptomatik psychischer Störungen reduziert und Aktivität und Teilhabe der RehabilitandInnen deutlich erhöht werden. Hierfür werden erprobte Ansätze auf die stationäre Rehabilitation angepasst und evaluiert.

Methoden

Bei der Studie handelt es sich um eine multizentrische RCT Interventionsstudie. Hierbei wird ein pre-post-Vergleich durchgeführt zwischen Kontrollgruppe (übliches psychosomatisches Rehaprogramm) und Interventionsgruppe (zum üblichen Rehaprogramm zusätzliche schlaftherapeutische Intervention). Interventionsgruppe: schlaftherapeutische Gruppentherapie, Schlafsprechstunde, Schlafreduktionsverfahren (jeweils zusätzlich zu der regulären Gruppentherapie und der regulären Einzeltherapie). Es erfolgt eine quantitative Analyse der Symptomveränderung, (psychometrische Tests, Fragebögen).

Stichprobengröße: 330 RehabilitandInnen, Einschlusskriterien: RehabilitandInnen mit Anpassungsstörungen oder depressiven Episoden (leichter bis mittlerer Schweregrad, erstmalig oder rezidivierend), bei denen zusätzlich Schlafstörungen bestehen. Ausschlusskriterien: organische Schlafstörungen, bipolare Störungen, psychotische oder dissoziative Symptome, primär hirnorganische oder andere Störungen, die nach klinischem Eindruck einer Schlaftherapie entgegenstehen.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Ziel der Studie ist eine evaluierte und manualisierte, kognitiv-behaviorale schlaftherapeutische Intervention für die stationäre psychosomatische Rehabilitation, die allen interessierten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden kann.

Aktuelle Auftragsforschung

Juni 2023 bis Oktober 2025 - Aktualisierung der Reha-Therapiestandards

Prof. Dr. Thorsten Meyer, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Rehabilitationsmedizin
Prof. Dr. Erik Farin-Glattacker, Universitätsklinikum Freiburg, Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung
Prof. Dr. Heiner Vogel, Universitätsklinikum Würzburg, Zentrum für psychische Gesundheit, Arbeitsbereich Medizinische Psychologie und Psychotherapie

Ziele/Fragestellungen

Die Reha-Therapiestandards (RTS) der Deutschen Rentenversicherung fassen die vorhandene Evidenz für rehabilitative Behandlungselemente der verschiedenen Therapiebereiche zusammen und tragen über eine Standardisierung zur Qualitätsentwicklung in der Rehabilitation bei. Eine regelmäßige Aktualisierung der Reha-Therapiestandards ist erforderlich, um neue Evidenz, Transformation grundsätzlicher Konzepte, Veränderung von Rahmenbedingungen der Rehabilitation sowie Rückmeldungen aus Reha-Einrichtungen einzuarbeiten. Die letzte Aktualisierung der Reha-Therapiestandards fand 2016 statt.

Das Projekt ist in zwei Module unterteilt.

  • In einem ersten Modul A) Indikationsübergreifende Reha-Therapiestandards soll eine Evaluation und Weiterentwicklung der Entwürfe der indikationsübergreifenden Reha-Therapiestandards und der indikationsübergreifenden Reha-Therapiestandards Onkologie erfolgen. Besondere Bedeutung liegt auf dem Aspekt der Integration von Fachwissen über die Reflektion von Stakeholdern.
  • In einem zweiten Modul B) Indikationsspezifische Reha-Therapiestandards sollen die bestehenden indikationsspezifischen Reha-Therapiestandards aktualisiert werden.

Methoden

  • Die Bearbeitung des Moduls A) Indikationsübergreifende Reha-Therapiestandards beinhaltet eine Darstellung des Leistungsgeschehens und ihrer Variation über eine Analyse der Klassifikation Therapeutischer Leistungen (KTL) und eine Einbindung von Fachwissen über eine Online-Befragung.
  • Die Bearbeitung des Moduls B) Indikationsspezifische Reha-Therapiestandards beinhaltet mit Hilfe der Literaturrecherche und der KTL-Analyse eine Aktualisierung der Reha-Therapiestandards inklusive Überprüfung der Geltungsbereiche und Prüfung des Bedarfes neuer RTS.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten

Das Projekt überarbeitet die Reha-Therapiestandards und liefert ein gut funktionierendes, anerkanntes Gesamtkonzept, basierend auf neuester wissenschaftlicher Erkenntnis.

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