Faktencheck: Automatische Rente bei einer psychischen Erkrankung?
Angeblich erhalten Personen mit Angststörungen oder Depressionen monatlich 1.450 Euro Rente.
Datum: 20.02.2026
In sozialen Medien verbreitet sich die irreführende Behauptung, dass Personen mit Angststörungen oder Depressionen monatlich 1.450 Euro von der Deutschen Rentenversicherung erhalten können. Dafür sei nur eine Diagnose erforderlich. Falsch – denn eine solche bedingungslose Rente für Menschen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, gibt es nicht.
Insbesondere auf der Plattform TikTok haben die Videos mit der Falschmeldung teilweise hohe Aufrufzahlen. Einige sind zwar als satirisch gekennzeichnet. Doch viele Nutzer und Nutzerinnen nehmen die enthaltenen Informationen ernst. Das Medienhaus CORRECTIV berichtete zuerst über die Videos.
Keine automatische Rente für Menschen mit einer psychischen Erkrankung
Renten können nicht allein aufgrund persönlicher Angaben zu einer Erkrankung bewilligt oder ausgezahlt werden. Stattdessen werden Leistungen der Deutschen Rentenversicherung auf Antrag bewilligt, wenn die entsprechenden versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine bedingungslose Rente für Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, existiert nicht und ist auch nicht in Planung.
Betroffene, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten können, haben die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen, sofern sie das maßgebende Lebensalter für eine Altersrente noch nicht erreicht haben. Die Entscheidung über den Rentenanspruch erfolgt anhand der eingereichten medizinischen Unterlagen, einschließlich ärztlicher Befundberichte und medizinischer Gutachten. Eine pauschale Höhe, wie in einzelnen Beiträgen in sozialen Medien behauptet wird, gibt es jedoch nicht.
Prävention, Reha, berufliche Teilhabe: Weitere Angebote bei psychischen Belastungen
Die Deutsche Rentenversicherung unterstützt Menschen, bei denen sich Auswirkungen einer psychischen Belastung bemerkbar machen oder die bereits an einer psychischen Erkrankung leiden, mit verschiedenen Angeboten:
Vorbeugen
Im Präventionsprogramm RV Fit lernen Teilnehmende psychischen Belastungen vorzubeugen oder mit ihnen umzugehen und ihre seelische Gesundheit zu schützen, beispielsweise mit Übungen zum Umgang mit Stress.
Zurück ins Arbeitsleben
Wenn man bereits von einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung betroffen ist, kann eine psychosomatische Reha in einer spezialisierten Rehaklinik dabei helfen, die seelische Gesundheit zu verbessern und Betroffene bei ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben zu unterstützen. Für die medizinische Rehabilitation sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, zum Beispiel in den letzten zwei Jahren Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung für mindestens sechs Kalendermonate gezahlt haben. Der Reha-Antrag kann online gestellt werden.
Neubeginn für Ihr Arbeitsleben
Betroffene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ihren Beruf ausüben können, können unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder zur Berufsförderung erhalten. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, so der Fachbegriff, können auch ergänzend zu einer bereits erfolgten medizinischen Rehabilitation durchgeführt werden.