Fairsorgt in der Reha: 35. Reha-Kolloquium in Leipzig eröffnet
Der Kongress tagt vom 24. bis 26. März 2026 in Leipzig
Datum: 24.03.2026
Wie kann Rehabilitation fair, bedarfsgerecht und zukunftsfähig gestaltet werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt des 35. Reha-Kolloquiums, das in diesem Jahr unter dem Leitthema „Fairsorgt in der Reha? Vielfalt leben – Chancengleichheit schaffen“ vom 24. bis 26. März 2026 in Leipzig tagt. Das Reha-Kolloquium ist der wichtigste Fachkongress für Rehabilitation im deutschsprachigen Raum und bietet eine zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung.
Teilhabe, Zugangsgerechtigkeit sowie Qualität und Wirksamkeit rehabilitativer Leistungen: Diese Themen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Reha-Kolloquiums. Wie Rehabilitation auch unter sich verändernden gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen fair und bedarfsgerecht gestaltet werden kann, wird in mehr als 300 Vorträgen, Symposien und Diskussionsforen beleuchtet. Mehrere hundert Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Verwaltung sind hierfür nach Leipzig gekommen. Sie diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse, gesundheitspolitische Entwicklungen und neue Ansätze für eine gerechte und wirksame Rehabilitation.
Reha sichert berufliche und gesellschaftliche Teilhabe
Allein im vergangenen Jahr erbrachte die Deutsche Rentenversicherung mehr als eine Million Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, was einer Steigerung von sechs Prozent verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Oberste Priorität ist hierbei der Erhalt der Erwerbsfähigkeit. „Reha wirkt: Eine unserer aktuellen Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Reha nicht nur den Versicherten, sondern auch der Wirtschaft zugutekommt. Konkret konnten wir berechnen, dass ein investierter Euro in die Reha der Rentenversicherung einen volkswirtschaftlichen Nutzen von bis zu fünf Euro in den zwei darauffolgenden Jahren stiftet und die Beschäftigungsfähigkeit nach Reha deutlich ansteigt“, erläuterte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, in ihrer Eröffnungsrede am Dienstag. Rehabilitation verbessert die Chancen auf berufliche Teilhabe somit erheblich. Von Bedeutung sind hierbei jedoch auch Faktoren wie die soziale Lage, Alter, Geschlecht, Sprache und Bildung. „Aus der Reha-Forschung wissen wir, dass der Zugang zu Leistungen, der Zeitpunkt und die Ausgestaltung der Angebote eine zentrale Rolle spielen. Deshalb fördern wir Forschungsvorhaben und unterstützen Modellprojekte. Die Erkenntnisse nutzen wir, um unterschiedliche Bedarfe besser abzubilden und Versorgung fairer zu gestalten“, so Roßbach.
Quelle:DRV Bund
35. Reha-Kolloquium 2026 in Leipzig mit (v.l.) Jork Beßler (Geschäftsführer DRV Mitteldeutschland), Gundula Roßbach (Präsidentin DRV Bund), Dr. Martina Münch (u.a. Bürgermeisterin Stadt Leipzig), Nicole Wenderoth (stellvertretende Geschäftsführerin DRV Mitteldeutschland), Prof. Dr. Thorsten Meyer-Feil (Präsident Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften)
Rehabilitation vor stetig steigenden Anforderungen
Ein Beispiel hierfür stellt das koordinierende Fallmanagement dar, das in diesem Jahr auf Grundlage des SGB-IV-Anpassungsgesetzes flächendeckend über alle Rentenversicherungsträger eingeführt wird: Die gesetzliche Verankerung des Fallmanagements in der Rentenversicherung ermöglicht eine individuelle, strukturierte und proaktive Begleitung von Menschen mit besonders komplexen Unterstützungsbedarfen. Dennoch ist das Fallmanagement nur ein Aspekt in einem größeren Kontext: „Die Anforderungen an eine moderne Rehabilitation steigen stetig. Für eine langfristige Chancengleichheit müssen Versorgungswege noch flexibler gestaltet, die interdisziplinäre Vernetzung weiter vertieft und Angebote so konzipiert werden, dass sie die Diversität der Versicherten in allen Facetten widerspiegeln. Die Grundlage hierfür bildet eine kontinuierliche und sich ständig weiterentwickelnde Forschung“, so Nicola Wenderoth, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Unter anderem führt die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland das indikationsübergreifende Projekt „BEiFall“ durch, das von den Berufsförderungswerken (BFW) Mitteldeutschlands in Kooperation mit den jeweiligen medizinischen Rehabilitationseinrichtungen umgesetzt wird. Zielgruppe sind Versicherte mit besonderen beruflichen, medizinischen, psychischen und sozialen Problemlagen, die nach der Rehabilitation Unterstützung bei der erfolgreichen Reintegration ins Erwerbsleben oder bei der Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten benötigen. Dieser Einführungsprozess wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.
Wissenschaftlich fundierter Austausch für patientenzentrierte Rehabilitation
Eine stärker an den individuellen Bedarfen der Patientinnen und Patienten orientierte Reha sei Auftrag einer liberalen Gesellschaft. „Vielfalt ist in der Rehabilitation schon lange angekommen, aber ohne, dass sie die Reha-Praxis entscheidend geprägt hat. Es braucht Mut, hier Rehabilitation neu zu denken und nicht das Gewohnte für Normal zu erachten. Das gilt auch für die Forschung und die Forschungsförderung. Dieser Kongress bietet Gelegenheit, hier entscheidende Schritte in Richtung Zukunft zu gehen“, unterstrich Prof. Dr. Thorsten Meyer-Feil, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) in seinem Grußwort.
Mit nahezu 2.000 Teilnehmenden erreicht das 35. Reha-Kolloquium in diesem Jahr einen neuen Rekord. Veranstaltet wird es von der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften.
Das vollständige Programm finden Sie online auf: www.reha-kolloquium.de
Tagungsort:
Congress Center Leipzig (CCL)
Seehausener Allee 1
04356 Leipzig.
Pressekontakte:
Una Großmann
Kommunikation Deutsche Rentenversicherung Bund
Tel. 030 865-89178 │ pressestelle@drv-bund.de
Anne-Kathrin Sturm, Pressesprecherin
Unternehmenskommunikation Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland
Tel. 0341 550-45041 │ presse@drv-md.de

