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Der neue Rentenbescheid kommt

"Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen“


Foto: Junge Frau und junger Mann stehen in einer Küche und lesen einen Bescheid Mit bis zu 21 Anlagen und manchmal an die 150 Seiten sind die Rentenbescheide bislang sehr umfangreich und häufig schwer verständlich. Deshalb vereinfacht die Deutsche Rentenversicherung gemeinsam mit Sprachberatern des Instituts für Verwaltungskommunikation (InVK) bei der Verwaltungshochschule in Speyer die Bescheide grundlegend und richtet sie auf die Sicht der Kunden aus. Da die Änderungen im laufenden Betrieb mit Millionen Kunden verlaufen, handele es sich um eine „Operation am offenen Herzen“, beschreibt Dirk von der Heide, Sprecher der Behörde, das Vorhaben. Das Ganze sei ein riesiges Modernisierungsprojekt, das schrittweise umgesetzt wird. Abgeschlossen sein soll die Überarbeitung der Rentenbewilligungsbescheide im nächsten Jahr.

Der neue Bescheid wird schlanker

Der bisherige Bescheid ist ein Mammutwerk, das aus rund 10.000 Textbausteinen zusammengesetzt wird. Für jeden denkbaren Versicherungsfall gibt es einen vorgefertigten Text, der individuell und maschinell im Bescheid aufgenommen wird. Alle diese Textbausteine werden nun sprachlich, inhaltlich und vom Aufbau her für den neuen Bescheid überarbeitet. Dieser wird deutlich vereinfacht. Allein der Basisbescheid umfasste bislang 18 Seiten, mit der Reform werden es ab Ende März nur noch zwölf sein. Denn dann fallen Anlagen mit umfangreichen Zahlenkolonnen zur Berechnung der Rente weg, die für Laien nicht immer nachvollziehbar waren. Sie werden durch verständliche Erläuterungen ersetzt werden. „Von den seitenlangen Berechnungen fühlten viele Leute sich überfordert“, sagt der Verwaltungswissenschaftler Burkhard Margies vom InVK. Daher laute das neue Motto: Erläutern statt berechnen. Wer diese Informationen jedoch im Einzelfall benötigt, kann sie schnell und unbürokratisch bei der Rentenversicherung anfordern.

„Der Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen“, fasst von der Heide für die Rentenversicherung zusammen, „aber natürlich so, dass er auch von Richtern grünes Licht erhält und justiziabel bleibt.“ Jeder der bisher erfolgten Schritte habe zu sichtbaren und messbaren Verbesserungen für die Kunden geführt. Viele Orientierungshilfen erleichtern heute schon den Einstieg in den Bescheid.

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