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Gleitzone/Übergangsbereich

Erfahren Sie hier, unter welchen Voraussetzungen eine Gleitzone/ein Übergangsbereich vorliegt und wie sich beitragspflichtige Einnahmen ermitteln lassen.

Mit Wirkung vom 1.4.2003 wurde die Gleitzone für den Niedriglohnbereich eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt gelten für Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung innerhalb der Gleitzone ausüben, besondere Regelungen für die Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlage sowie für die Beitragstragung zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der Beitragsanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag des Arbeitgebers bleibt hingegen unverändert.

Durch das Gesetz zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung vom 5.12.2012 wurden die Entgeltgrenzen in der Gleitzone ab 1.1.2013 von 400,01 Euro auf 450,01 Euro und von 800,00 Euro auf 850,00 Euro monatlich angehoben. Ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone lag dementsprechend dann vor, wenn das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro lag.

Ab dem 01.07.2019 heißt die Gleitzone Übergangsbereich (aufgrund RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz). Die Obergrenze der Beitragsentlastung wird auf 1.300,00 Euro angehoben und es wird sichergestellt, dass die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen führen.

Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen ist das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt maßgebend (§ 20 Abs. 2 SGB IV).

Berechnung, Handhabung und Besonderheiten

Anwendung der Gleitzone/des Übergangsbereiches

Eine Gleitzone bzw. der Übergangsbereich liegt bei einem Beschäftigungsverhältnis vor, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850,00 Euro (ab 01.07.2019: 1.300,00 Euro) im Monat liegt und die Grenze von 850,00 Euro (ab 01.07.2019: 1.300,00 Euro) im Monat regelmäßig nicht überschreitet. Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen ist das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt maßgebend (§ 20 Abs. 2 SGB IV).

Versicherungspflicht - in allen Zweigen der Sozialversicherung - besteht grundsätzlich nach wie vor, auch der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung verändert sich im Vergleich zur bisherigen Regelung grundsätzlich nicht (individueller Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung wird ab 01.01.2019 paritätisch, d. h. jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen). Neu ist, dass der Arbeitnehmeranteil geringer ist, wobei die Beitragsbelastung des Arbeitnehmers mit dem Einkommen bis hin zu einem Verdienst von 850,00 Euro bzw. 1.300,00 Euro ansteigt. Je näher also das Arbeitsentgelt an die 850,00 Euro bzw. 1.300,00 Euro kommt, desto höher wird der Arbeitnehmeranteil, bis er bei 850,00 Euro bzw. 1.300,00 Euro den normalen, hälftigen Beitragsanteil erreicht.

Die recht komplizierte Berechnung vollzieht sich dabei pro Versicherungszweig in mehreren Schritten.

1. Errechnung der beitragspflichtigen Einnahme mittels folgender vom Gesetzgeber vorgegebenen Formel:

Formel für die Berechnung der beitragspflichtigen Einnahme: F*450 +{[1300/(1300-450)] - [450/(1300-450)]*F}*(AE - 450)

F = Faktor 0,7566 (für 2019)
AE = tatsächliches Arbeitsentgelt

Hinweis:
Ab 01.07.2019 ist der Betrag 850,00 durch 1.300,00 zu ersetzen!

2. Errechnung des Gesamtbeitrags (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) zum jeweiligen Sozialversicherungszweig anhand der beitragspflichtigen Einnahme nach Ziffer 1

3. Errechnung des auf den Arbeitgeber entfallenden Beitrags zum jeweiligen Sozialversicherungszweig bei Zugrundelegung des tatsächlichen erzielten Arbeitsentgelts

4. Arbeitnehmeranteil: Gesamtbeitrag aus der beitragspflichtigen Einnahme (Ziffer 2) abzüglich Arbeitgeberbeitrag aus tatsächlichem Arbeitsentgelt (Ziffer 3)

Gleitzonenrechner/Übergangsbereichsrechner

Die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen zur Gleitzone bzw. zum Übergangsbereich finden nur dann Anwendung, wenn das aus der/den Beschäftigung/Beschäftigungen erzielte Arbeitsentgelt regelmäßig in der Gleitzone bzw. im Übergangsbereich liegt. Liegen diese Voraussetzungen vor, möchten wir Ihnen als Unterstützung bei der Berechnung der von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragenden Beitragsanteile innerhalb der Gleitzone bzw. des Übergangsbereiches einen Gleitzonenrechner/Übergangsbereichsrechner zur Verfügung stellen.

Geben Sie in die Tabelle einfach das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt ein, wählen die entsprechende Krankenkasse aus oder geben den Beitragssatz zur Krankenversicherung manuell vor und erhalten so augenblicklich die Beitragsanteile zu den einzelnen Versicherungszweigen.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Beitragssätze zu den einzelnen Versicherungszweigen dem Stand Januar 2019 entsprechen!

Gleitzonenrechner/Übergangsbereichsrechner

Achtung! Der Gleitzonenrechner/Übergangsbereichsrechner wurde entwickelt für Microsoft Excel 2000/XP. Auch auf höheren Versionen von Microsoft Excel läuft das Programm. Leider ist der Rechner nicht kompatibel mit OpenOffice-Versionen.

Keine Gleitzonenfälle/Fälle des Übergangsbereiches

Die besonderen Regelungen zur Gleitzone bzw. zum Übergangsbereich gelten nicht:

  • für Personen, die zu ihrer Berufsausbildung (zum Beispiel Auszubildende, Praktikanten, Teilnehmer an dualen Studiengängen) beschäftigt sind,
  • bei Beschäftigungen, für deren Beitragsberechnung fiktive Arbeitsentgelte zu Grunde gelegt werden (zum Beispiel bei der Beschäftigung behinderter Menschen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen, bei Mitgliedern geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörigen ähnlicher Gemeinschaften),
  • für Arbeitsentgelte aus Wiedereingliederungsmaßnahmen nach einer Arbeitsunfähigkeit, sofern Arbeitsentgelt vor der Maßnahme mehr als 850,00 bzw. 1.300,00 Euro betrug
  • für versicherungspflichtige Arbeitnehmer, deren monatliches Arbeitsentgelt regelmäßig mehr als 850,00 bzw. 1.300,00 Euro beträgt und nur wegen Kurzarbeit oder im Baugewerbe wegen schlechten Wetters so weit gemindert ist, dass das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt die obere Gleitzonengrenze von 850,00 bzw. 1.300,00 Euro unterschreitet,
  • wenn infolge mehrerer Beschäftigungen die Grenze von 850,00 bzw. 1.300,00 Euro überschritten wird
  • für Teilnehmer am freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr oder am Bundesfreiwilligendienst

Noch Fragen?

Betriebsprüfungsrelevante Fragen beantwortet Ihnen der Betriebsprüfdienst der Deutschen Rentenversicherung:

betriebspruefdienst@drv-bund.de



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