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Medizinische Rehabilitation

Endlich wieder fit!

Reha vor Rente

Foto: Portrait einer Frau im orangefarbenen T-Shirt

Eine Krankheit kann jeden treffen und das Leben stark beeinträchtigen. Eine medizinische Rehabilitation hilft dabei, wieder gesund zu werden. Das Wort "Rehabilitation" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "wiederherstellen". Die gesetzliche Rentenversicherung führt unter dieser Bezeichnung Leistungen mit dem Ziel durch, eine erheblich gefährdete oder bereits geminderte Erwerbsfähigkeit wesentlich zu bessern oder wiederherzustellen, zumindest aber eine Verschlechterung abzuwenden. Und davon profitieren beide Seiten: Versicherte sind länger erwerbstätig und bleiben der Rentenversicherung darüber hinaus auch als aktive Beitragszahler erhalten.

Es müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen

Versicherte können Leistungen zur medizinischen Rehabilitation erhalten, wenn ihre Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder bereits gemindert ist. Grundsätzlich ist eine erneute Reha erst nach vier Jahren wieder möglich. Besteht aus gesundheitlichen Gründen aber bereits früher ein dringender Bedarf, kann der Versicherte die nächste Reha auch früher erhalten.

Bei der Antragstellung müssen bestimmte versicherungsrechtliche Bedingungen vorliegen: "6 Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen in den letzten 2 Jahren" ist die am häufigsten erfüllte Voraussetzung.

Ein sogenannter Ausschlussgrund darf nicht vorliegen. So haben beispielsweise Beamte keinen Anspruch auf medizinische Rehabilitationsleistungen durch die Rentenversicherung.

Der zuständige Rentenversicherungsträger prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Weitere Informationen zu den versicherungsrechtlichen Voraussetzungen

Weitere Informationen zu Ausschlussgründen

Antragsverfahren: Auf den Träger kommt es an

Gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt oder Betriebsarzt können Versicherte besprechen, ob eine medizinische Rehabilitation notwendig und sinnvoll ist.

Ist dies der Fall, gibt es bei den einzelnen Rentenversicherungsträgern unterschiedliche Verfahren:

  • Bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Westfalen wird ein medizinisches Gutachten erstellt. Dieses wird von der Stelle, bei der der Antrag eingeht, oder vom Rentenversicherungsträger in Auftrag gegeben.
  • Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund können wählen, ob ihr behandelnder Arzt oder Betriebsarzt einen Befundbericht erstellt, der mit dem Antrag eingereicht wird oder ob sie von einem Gutachter untersucht werden.
  • Bei allen anderen Rentenversicherungsträgern lassen die Versicherten von ihrem behandelnden Arzt oder Betriebsarzt einen Befundbericht erstellen, den sie mit dem Antrag einreichen.

Rehabilitationsleistungen müssen die Versicherten selbst beantragen. Die Formulare erhalten sie direkt bei der Rentenversicherung sowie bei den Auskunfts- und Beratungsstellen und Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation. Die gesetzlichen Krankenkassen und Versicherungsämter nehmen die Anträge ebenfalls entgegen. Alle genannten Stellen helfen gern beim Ausfüllen der Formulare.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Online-Antragstellung.

Anträge online stellen

Wann und wohin - die Rentenversicherung gibt Bescheid

Die Rentenversicherung teilt in einem Bescheid den Ort und die Rehabilitationseinrichtung, die Dauer und die Art der Rehabilitation mit. Den genauen Termin erhalten AntragstellerInnen unaufgefordert von der Rehabilitationseinrichtung.

Bei der Auswahl der Rehabilitationsleistung und der geeigneten Einrichtung berücksichtigt die Rentenversicherung Wünsche der Versicherten. Voraussetzung ist, dass das Rehabilitationsziel dort mit der gleichen Wirkung und mindestens ebenso wirtschaftlich erreicht werden kann wie in einer Einrichtung, die der Rentenversicherungsträger ausgewählt hat. Wünsche zur Region, zum Ort oder zu einer speziellen Rehabilitationseinrichtung sollten Versicherte deshalb bereits in ihrem Antrag formulieren.

Sollten Versicherte mit der Entscheidung ihres Rentenversicherungsträgers nicht einverstanden sein, können sie Widerspruch einlegen. Er muss dem zuständigen Rentenversicherungsträger innerhalb eines Monats schriftlich vorliegen. Damit neue Aspekte im Widerspruchsverfahren berücksichtigt werden können, sollte der Widerspruch begründet werden.

Ambulant oder stationär - persönliche Bedürfnisse entscheiden

Foto: Frau liegt mit Hantel auf einer Gymnastikmatte Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sind sowohl stationär als auch ganztägig ambulant möglich und dauern in der Regel drei Wochen. Sie können verkürzt oder verlängert werden.

Die Rehabilitation beinhaltet Diagnostik, Aufklärung und Information zur jeweiligen Erkrankung und den beeinträchtigten Funktionen. Gemeinsam mit dem Patienten entwickelt das Rehabilitationsteam die Therapieziele. Bewältigungsstrategien werden vermittelt, um z. B. beruflichen Problemlagen begegnen zu können.

Kosten und finanzielle Absicherung

Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, therapeutische Leistungen und medizinische Anwendungen trägt der zuständige Rentenversicherungsträger. Nur bei einer stationären Leistung müssen sich Versicherte anteilig an den Kosten beteiligen – und zwar höchstens mit 10 Euro pro Tag für längstens 42 Tage im Kalenderjahr. Haben sie in einem Jahr bereits Rehabilitationsleistungen – auch von der Krankenkasse – in Anspruch genommen, werden alle Tage der Zuzahlung berücksichtigt.

Die Zuzahlung ist außerdem von der jeweiligen Einkommenssituation abhängig: Viele Patienten können sich davon ganz oder teilweise durch den Rentenversicherungsträger befreien lassen.

Arbeitnehmer haben für die Zeit der Rehabilitationsleistung Anspruch auf Fortzahlung ihres Gehalts. Im Allgemeinen beträgt er sechs Wochen. Ist der Anspruch wegen gleichartiger Vorerkrankung ganz oder teilweise verbraucht, können sie vom Rentenversicherungsträger Übergangsgeld für die Dauer der medizinischen Rehabilitation erhalten. Dafür müssen sie unmittelbar vor Beginn der Leistungen oder einer vorangegangenen Arbeitsunfähigkeit Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben.

Umfangreiche Informationen zu Zuzahlung inklusive Einkommenstabelle, Übergangsgeld, Haushaltshilfe, Beitragszahlung durch RV-Träger:

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