Versorgung abhängigkeitserkrankter Kinder und Jugendlicher ist und bleibt gesichert
Datum: 29.04.2026
Die Deutsche Rentenversicherung nimmt Stellung zur anhaltenden Berichterstattung über die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn und legt die Sachlage dar. Kindern und Jugendlichen stehen hinreichend Rehabilitationsplätze in ganz Deutschland zur Verfügung.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn ist eine Rehabilitationsklinik für abhängigkeitserkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Betrieben wird sie von der Leinerstift Pflege und Reha gGmbH. Die Deutsche Rentenversicherung steht mit der Klinik in einem Versorgungsvertrag und ist damit Kostenträgerin für Rehabilitationsleistungen ihrer Versicherten und deren Kinder. Sie ist nicht Betreiberin und nicht verantwortlich für die wirtschaftliche Führung der Einrichtung. Die Entscheidung über Fortbestand oder Schließung der Klinik liegt allein beim Betreiber.
Höchster Vergütungssatz bundesweit
Die Deutsche Rentenversicherung zahlt der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik den bundesweit höchsten Tagessatz aller vergleichbaren Einrichtungen im Bereich der medizinischen Rehabilitation für abhängigkeitserkrankte Kinder und Jugendliche. Der für 2026 vereinbarte Tagessatz beträgt 320 Euro. Darin sind sämtliche personellen Bedarfe dieser Indikation – einschließlich der Besonderheiten bei sehr jungen Patientinnen und Patienten mit psychischen Begleiterkrankungen – berücksichtigt. Warum ein wirtschaftlicher Betrieb auf dieser Grundlage gleichwohl nicht möglich sein soll, kann nur der Betreiber beantworten.
Aufnahmestopp zum Schutz der Patientinnen und Patienten
Nachdem der Betreiber angekündigt hat, den Klinikbetrieb zum 30. Juni 2026 einzustellen, hat die Deutsche Rentenversicherung zum Schutz der betroffenen Kinder und Jugendlichen einen Aufnahmestopp ausgesprochen. Eine auf mehrere Monate angelegte Rehabilitation zu beginnen, die aufgrund einer möglichen Schließung nicht beendet werden könnte, wäre unverantwortlich. Das würde die ohnehin fragilen Patientinnen und Patienten in einer kritischen Phase weiter destabilisieren.
Über 450 Rehabilitationsplätze bundesweit – Versorgung ist gesichert
In der Berichterstattung ist wiederholt eine Gesamtzahl von 85 Rehabilitationsplätzen für abhängigkeitserkrankte Kinder und Jugendliche in Deutschland genannt worden. Diese Zahl ist nicht zutreffend. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Abhängigkeitserkrankungen stehen bundesweit über 450 Rehabilitationsplätze zur Verfügung – in Einrichtungen, die von der Deutschen Rentenversicherung belegt werden und deren Konzepte auf die Bedürfnisse dieser besonders vulnerablen Gruppe abgestimmt sind. Die Deutsche Rentenversicherung stellt sicher, dass alle Betroffenen, die einen Rehabilitationsplatz benötigen und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, einen solchen erhalten – auch wenn die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik ihren Betrieb einstellen sollte.
Versorgung durch mehrere Träger
Die Deutsche Rentenversicherung ist für die medizinische Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit Abhängigkeitserkrankungen nur einer von verschiedenen Trägern. Weitere Träger sind beispielsweise Krankenkassen und Einrichtungen der Jugendhilfe, bei denen ebenfalls weitere Behandlungskapazitäten zur Verfügung stehen.
Deutsche Rentenversicherung handelt verantwortlich
Die Deutsche Rentenversicherung nimmt ihren gesetzlichen Auftrag zur medizinischen Rehabilitation ernst und kommt ihm vollumfänglich nach. Sie stellt sicher, dass alle Versicherten und deren Kinder, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, die ihnen zustehenden Rehabilitationsleistungen erhalten – unabhängig von der Situation in Ahlhorn. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt auf Basis bundeseinheitlicher gesetzlicher Rahmenbedingungen, die für alle Rehabilitationseinrichtungen gleichermaßen gelten. Die Verantwortung für eine umfassende Gesamtversorgung abhängigkeitserkrankter Kinder und Jugendlicher liegt dabei bei mehreren Trägern – neben der Rentenversicherung auch bei Krankenkassen und der Jugendhilfe.
Gespräche auf verschiedenen Ebenen
Die Situation abhängigkeitserkrankter Kinder und Jugendlicher hat für die Deutsche Rentenversicherung besondere Bedeutung. Vor dem Hintergrund der drohenden Schließung finden derzeit Gespräche auf verschiedenen Ebenen statt. Die Deutsche Rentenversicherung leistet dabei ihren verantwortungsvollen Beitrag, um im Interesse der Betroffenen gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen für die Versorgung der Kinder und Jugendlichen zu finden.

