Deutsche Rentenversicherung

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Rentenanpassung 2020

Was beinhaltet die Rentenanpassung 2020 und welchen Einfluss hat sie?

Wir beantworten Ihnen wichtige Fragen dazu.

Was ist die Rentenanpassung?

Als Rentenanpassung wird die jährliche Erhöhung der Renten bezeichnet. Sie erfolgt zum 1. Juli eines Jahres.

Wie funktioniert die Rentenanpassung?

Vereinfacht gesagt, wird die Höhe einer Rente wie folgt berechnet: Die erworbenen Rentenanwartschaften, die man als Entgeltpunkte bezeichnet, werden mit dem sogenannten aktuellen Rentenwert multipliziert. Im Rahmen der Rentenanpassung wird der aktuelle Rentenwert jeweils zum 1. Juli eines Jahres neu bestimmt. Dabei gibt es zurzeit noch unterschiedliche aktuelle Rentenwerte für Ost und West. Seit dem 1. Juli 2018 bis zum 1. Juli 2024 werden bestehende Unterschiede schrittweise abgebaut.

Wer legt die Höhe der Rentenanpassung fest?

Die Höhe der Rentenanpassung wird von der Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt und bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

Wie hoch ist die Rentenanpassung 2020?

Die Renten steigen zum 1. Juli 2020 in den alten Bundesländern um 3,45 Prozent und in den neuen Bundesländern um 4,20 Prozent. Der aktuelle Rentenwert erhöht sich damit in den alten Bundesländern von 33,05 Euro auf 34,19 Euro. In den neuen Bundesländern steigt der aktuelle Rentenwert (Ost) von 31,89 Euro auf 33,23 Euro. Damit beträgt der aktuelle Rentenwert in den neuen Bundesländern nun 97,2 Prozent des Westwerts (bisher 96,5 Prozent).

Wie hoch waren die Rentenanpassungen seit dem Jahr 2000?

Rentenanpassung zum
01.07.
West
(in Prozent)
Ost
(in Prozent)
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,903,59
20183,223,37
20193,183,91
20203,454,20

Auf welcher Grundlage wird die Höhe der Rentenanpassung festgelegt?

Die Berechnung erfolgt auf Basis der Rentenanpassungsformel. Die Anpassung folgt der Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland. Zusätzlich werden die Veränderungen des Beitragssatzes in der Rentenversicherung und die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Beitragszahlern und Rentnern über den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt. Die prozentuale Rentenanpassung Ost darf nicht kleiner sein als die Anpassung West.

Welche Auswirkungen hat gesetzliche Regelung zur Angleichung der Renten in Ost und West auf die diesjährige Rentenanpassung?

Aufgrund einer Gesetzesänderung in 2017 wird die Höhe der Rentenanpassung in den neuen Bundesländern seit 2018 anders berechnet als in der Vergangenheit. Der für den Osten maßgebende aktuelle Rentenwert wird seitdem als fester Prozentsatz des aktuellen Rentenwertes errechnet, der im Westen zu Grunde zu legen ist. Zum 1. Juli 2020 beläuft sich dieser Prozentsatz auf 97,2 Prozent. Bis zum Jahr 2024 steigt er schrittweise auf 100 Prozent. Von dieser Verfahrensweise, die als „Angleichungstreppe“ bezeichnet wird, gibt es jedoch eine Ausnahme. Hierfür wird jedes Jahr in einer Vergleichsberechnung ein aktueller Rentenwert (Ost) nach der alten, vor 2018 geltenden Formel ermittelt. Von beiden nach „altem“ und „neuem“ Recht berechneten Rentenwerten kommt schließlich der jeweils höhere für die Rentenanpassung in den neuen Bundesländern zur Anwendung. In diesem Jahr ist der Wert nach der Angleichungstreppe maßgebend.

Welche der einzelnen Faktoren wirken sich auf die Rentenanpassung 2020 aus?

WestOst
Für die Rentenanpassung
bzw. den Vergleichswert
relevante Lohnentwicklung

1,0328

(+3,3 Prozentpunkte)

1,0383

(+3,8 Prozentpunkte)
Nachhaltigkeitsfaktor

1,0017

(+0,17  Prozentpunkte)

1,0017

(+ 0,17 Prozentpunkte)
Beitragssatzfaktor

1,0

(keine Auswirkung)

1,0

(keine Auswirkung)

Daraus sich ergebender aktueller
Rentenwert (West) bzw. Vergleichswert
nach altem Recht (Ost)

34,19 Euro33,13 Euro

Aktueller Rentenwert (Ost)
nach der Tabelle der
"Angleichungstreppe"

-33,23 Euro

Ergebnis:

aktuelle Rentenwerte

Rentenanpassung

34,19 Euro (wie oben)

3,45 Prozent

33,23 Euro (höherer Wert)

4,2 Prozent

Welchen Einfluss hat die Entwicklung der Bruttolöhne auf die Rentenanpassung?

Steigen die durchschnittlichen Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer, folgen die Renten nach. Rentenkürzungen sind gesetzlich ausgeschlossen. Die für die Rentenanpassung 2020 relevante Lohnsteigerung beträgt 3,28 Prozent in den alten Bundesländern und 3,83 Prozent in den neuen Bundesländern.

Welchen Effekt hat der Nachhaltigkeitsfaktor auf die Rentenanpassung?

Durch den Nachhaltigkeitsfaktor werden Veränderungen im zahlenmäßigen Verhältnis von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern berücksichtigt. Steigt die Zahl der Rentner schneller als die Zahl der Beitragszahler, wirkt sich dies bei der Rentenanpassung dämpfend aus. Im umgekehrten Fall wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor steigernd bei der Rentenanpassung. In diesem Jahr erhöht der Nachhaltigkeitsfaktor für sich genommen die Rentenanpassung um 0,17 Prozentpunkte.

Welchen Einfluss hat die Veränderung des Beitragssatzes auf die Rentenanpassung?

Maßgebend ist hier die Entwicklung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung vom vorvergangenen Jahr zum vergangenen Jahr. 2018 und 2019 lag der Beitragssatz bei 18,6 Prozent, sodass die Rentenanpassung damit nicht beeinflusst wird.

Wie hoch ist das Netto-Rentenniveau vor Steuern?

Das Netto-Rentenniveau vor Steuern beträgt damit 48,21 Prozent. Die Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent wird damit überschritten.