Reha mit der Rentenversicherung: Deutlich positive Effekte auf die Psyche
Welttag der psychischen Gesundheit 2026
Datum: 09.10.2026
Psychische und psychosomatische Erkrankungen stellen die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehltage im Beruf dar. Wie Betroffene von einer medizinischen Rehabilitation profitieren und am Alltags- und Berufsleben teilhaben können, erläutert die Deutsche Rentenversicherung Bund anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit.
Allein in Deutschland leiden rund 8 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung, in vielen Fällen mit schwerwiegenden Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen durchgeführter Rehabilitationen aufgrund psychischer Erkrankungen bei der Deutschen Rentenversicherung wider: Sie sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Deutschland kontinuierlich gestiegen.
Psychische Erkrankungen: Frauen sind häufiger betroffen
2005 erbrachte die Deutsche Rentenversicherung rund 139.000 Rehabilitationsleistungen wegen psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen. 2025 waren es bereits 193.000 Rehabilitationsleistungen. Das entspricht einer Steigerung um rund 39 Prozent. Mit einem Anteil von knapp 18 Prozent bilden psychische und psychosomatische Erkrankungen die zweitgrößte Indikationsgruppe nach den orthopädischen Erkrankungen. Eine stationäre medizinische Rehabilitation erhielten knapp 25 Prozent der behandelten Frauen und damit deutlich mehr als Männer mit 16 Prozent. In der ambulanten medizinischen Rehabilitation war der Anteil der Frauen mit einer psychischen oder psychosomatischen Indikation mit rund 11 Prozent ebenfalls höher als bei den Männern mit 6 Prozent. Insgesamt sind Frauen häufiger von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen betroffen. Die Ursachen sind vielfältig und umfassen gesellschaftliche und soziale Belastungen sowie diagnostische Gründe.
Psychische Rehabilitation kann vor Erwerbsminderung schützen
Eine medizinische Rehabilitation ist immer dann angezeigt, wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht und die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet ist. Sie ermöglicht vielen psychisch erkrankten Versicherten dauerhaft erwerbstätig zu bleiben: Erhebungen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass zwei Jahre nach einer Rehabilitation wegen psychischer Erkrankungen rund 78 Prozent der Betroffenen dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen und keine Erwerbsminderungs- oder Altersrente beziehen.
Die durchschnittliche Behandlungsdauer einer stationären medizinischen Reha aufgrund psychischer Erkrankungen betrug 2025 rund 37 Tage. Sie dauert damit länger als beispielsweise eine orthopädische, rheumatologische oder kardiologische Rehabilitation mit jeweils 22 bis 24 Tagen.
Neues Therapiekonzept zu kritischem Mediennutzungsverhalten
Seit kurzem wird an einigen Reha-Zentren der Deutschen Rentenversicherung das Therapiekonzept „Neue Medien“ angeboten. Es erfolgt Reha-begleitend und richtet sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte mit problematischem Mediennutzungsverhalten wie einem übermäßigen Handygebrauch. Denn anders als für junge Menschen gibt es für Ältere bislang noch wenig Behandlungsangebote in diesem Bereich: „Bei etwa 30 Prozent unserer Patientinnen und Patienten ist der „Lebenszeitverbrauch“ durch die Handynutzung so enorm, dass sie von einer Therapie profitieren würden“, erklärt Joachim Patzelt, Chefarzt des Reha-Zentrums Bad Mergentheim. Die auf Psychotherapie/Psychosomatik spezialisierte Klinik der Deutschen Rentenversicherung Bund bietet seit kurzem den neuen Therapieansatz als Zusatzbaustein an. Der Behandlungsschwerpunkt der Klinik liegt auf Krankheitsbildern wie Chronischem Schmerz, Depression oder Angststörungen. Zeichnet sich ein übermäßiger Konsum im Aufnahmegespräch ab, erhalten Betroffene die Möglichkeit, im Rahmen ihres Reha-Aufenthalts an einer speziellen Gruppe teilzunehmen, in der das Problem gemeinsam angegangen wird.
Weitere Informationen
- Eine Reha kann online beantragt werden unter eAntrag unter dem Menüpunkt "Rehabilitation".
- Allgemeine Infos zur Reha mit der Deutschen Rentenversicherung bieten Broschüren wie "Medizinische Rehabilitation: Wie sie Ihnen hilft" – downloadbar am Ende dieser Seite.
- Über das Leistungsspektrum des Reha-Zentrums informiert die Website Reha-Zentrum Bad Mergentheim | Klinik Taubertal.