Deutsche Rentenversicherung

Die Motivationsbehandlung

Was ist die Motivationsbehandlung?

Die Erfahrungen der Suchthilfe zeigen den Bedarf einer Motivationsbehandlung, insbesondere bei Betroffenen mit komplexen seelischen, gesundheitlichen und sozialen Bedarfen auf. Diese identifizierten Bedarfe zeigen sich insbesondere bei:

  • Menschen, bei denen mehrfach Maßnahmen scheiterten und bei denen eine Klärung der Motivation für eine erneute Kostenzusage erforderlich ist.
  • Abhängige, die noch nicht für eine längerfristige Entwöhnungsbehandlung entschieden sind
  • Menschen mit Ängsten vor Gruppen oder längerer Trennung von zuhause
  • Jungen Konsumenten (meist Mischkonsum sogenannter Partydrogen)
  • Menschen mit Doppeldiagnosen
  • Langzeitarbeitslosen mit suchtbezogener Problematik im SGB II
  • Betroffenen mit hohem Risiko (zum Beispiel substituierte Menschen mit einer hohen Gefährdung bezüglich kritischer Rückfälle, sozialer Verelendung etc.)
  • Menschen in Betrieben mit einer suchtbezogenen Problematik (Missbrauch, Abhängigkeit)

Um diese Zielgruppen zu erreichen, wird von am Projekt beteiligten Einrichtungen eine Motivationsbehandlung angeboten.

Die Motivationsbehandlung in einer ambulanten, ganztägig ambulanten oder stationären Einrichtung soll diese suchtkranken und -gefährdeten Menschen erreichen, die einerseits die Notwendigkeit sehen, sich mit ihrer Suchtgefährdung bzw. -erkrankung auseinanderzusetzen, sich aber andererseits (noch) nicht zur Durchführung einer Langzeitentwöhnungsbehandlung entschließen können.

Zielgruppe

Grundsätzlich sollte die Möglichkeit einer Motivationsbehandlung für alle Betroffenen offen stehen. Insbesondere bei denjenigen Betroffenen, wo die Notwendigkeit einer Behandlung gesehen wird, die aber noch keine klare Haltung zu ihrer Erkrankung und deren Behandlung entwickeln konnten. Gründe hierfür sind zum Beispiel die Angst eines Arbeitsplatzverlustes bei längerer Abwesenheit oder grundsätzliche Bedenken gegenüber einer längeren stationären Behandlung. Die Motivationsbehandlung ist auch bei Betroffenen angezeigt, die mehrfach in Maßnahmen scheiterten und bei denen eine endgültige Ablehnung durch den Leistungsträger droht.

Ausschlusskriterien

  • Vor Aufnahme muss die Bereitschaft zu einer vierwöchigen Abstinenz gegeben sein und bei komorbiden Störungen ist eine stabile Medikamenteneinstellung erforderlich.
  • Kontra-Indikationen sind gravierende hirnorganische Beeinträchtigungen oder akut behandlungsbedürftige organische Erkrankungen. Außerdem können Menschen mit akuten psychiatrischen Zustandsbildern, akut suizidalen Krisen, akute Fremdgefährdung, negativer Erwerbsprognose nicht in diesem Setting behandelt werden. Reha-Fähigkeit muss gegeben sein.
  • Die Motivationsbehandlung kann grundsätzlich nicht bei gleichzeitigem Reha-Fallmanagement erfolgen.

Zugangswege und Antragsverfahren

Angebote für eine Motivationsbehandlung werden von den am Projekt „Runder Tisch Reha“ beteiligten Einrichtungen offeriert. Die Vermittlung in eine Motivationsbehandlung ist auch aus anderen Suchthilfeeinrichtungen möglich und gewünscht.

  • Der Zugang in die Motivationsbehandlung erfolgt über die Suchtberatungsstellen. Die Indikation für die Motivationsbehandlung muss dargelegt werden.
  • Ein weiterer Zugang in das Angebot erfolgt im Rahmen des „Nahtlosigkeitsverfahrens“.
  • Die Motivationsbehandlung soll auch in Betrieben bekannt gemacht werden. Es ist gewünscht, dass dies über Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen erfolgt..
  • Die Antragstellung erfolgt über das gängige Antragsverfahren. Die Anträge werden mit dem Zusatz „Motivationsbehandlung“ gekennzeichnet. Finanzielle und sozialrechtliche Voraussetzungen für die Maßnahme müssen vor Aufnahme geklärt sein. Erwartungen und Aufträge müssen soweit als möglich formuliert werden.

Dauer

  • Stationär und ganztägig ambulant: vier Wochen
  • Ambulant: 20+2 Einheiten, modularisiert und dauert in der Regel acht Wochen
  • Nach der Motivationsbehandlung kann im Anschluss eine Regelbehandlung erfolgen
  • Die Durchführung erfolgt im Gruppenkontext und wird durch Einzelmaßnahmen ergänzt
  • Nähere Informatione und Termine finden Sie auf den Homepages der am Projekt „Runder Tisch Reha“ beteiligten Einrichtungen.

Ansprechpartner

Bei Fragen können Sie sich gerne an folgende Personen wenden:

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